Der VKI testete 40 verschieder Streichwurstprodukte. Eines von 40 viel durch.
Der VKI testete 40 verschieder Streichwurstprodukte. Eines von 40 viel durch. © freepik, AK Stmk
29.1.2020

Streichkonzert am Brot

Analysiert und verkostet wurden Produkte, die als Streichwurst oder Pastete im Handel sind, auch 5 Kalbsleberstreichwürste, 2 Geflügel-Produkte sowie 2 Aufstriche. Es gibt viele sehr gute und gute Produkte. Nur eines von 40 fiel durch, weil es verdorben war. Wichtigster Aspekt im Test war die Zusammensetzung der Produkte.

Wie viel Leber und welche?

Mit einer Ausnahme (Argeta Huhn) enthielten alle Proben Leber. Meist handelte es sich um Schweineleber. Der Leberanteil lag meist zwischen  20 und 30 Prozent. Bei der Paté Grand-Mère Leberpastete mit Preiselbeeren betrug der Leberanteil sogar mehr als 30 Prozent. Nur bei zwei Proben lag er deutlich unter 20 Prozent (Landhof Zwiebelstreichwurst Leber und Spar Natur pur Bio-Kräuter-Streichwurst). Das umstrittene Nitritpökelsalz war in 39 Produkten enthalten. Lediglich die  Geflügelleberwurst von Chiemgauer Naturfleisch war frei davon. Leider war diese Wurst das einzige verdorbene Produkt im Test.

Der VKI testete 40 verschieder Streichwurstprodukte. Hier die Ergebnisse.
Der VKI testete 40 verschieder Streichwurstprodukte. Hier die Ergebnisse. © VKI, AK Stmk

Unerwünschtes Kollagen

Neben Zusatzstoffen und Leberanteil entscheidet auch der Kollagenwert über die Qualität der Streichwurst. Dieser Wert gibt den prozentuellen Anteil des unerwünschten Bindegewebes am Gesamteiweiß des Produktes an. Ein Kollagenwert von 20 bedeutet also, dass 20 Prozent des gesamten Eiweißes Bindegewebseiweiß sind. Das Produkt mit dem niedrigsten Kollagenwert war die Titz Hühner Leberstreichwurst. Den höchsten Kollagenwert wies mit 23,6 die Reiter Streichwurst auf.

Herkunft der Zutaten

Wer Wert auf österreichische Rohware legt, sollte sich am AMA-Gütesiegel oder am AMA-Biosiegel orientieren. Nur knapp jedes vierte Produkt wird nachweislich ohne Verwendung von gentechnisch verändertem Futter hergestellt. Nur wenige konventionell hergestellte Produkte sind mit dem Gentechnikfrei-Logo ausgezeichnet. Wer ganz sichergehen möchte, sollte auf Produkte aus biologischer Landwirtschaft zurückgreifen.

Kalbsleberstreichwurst

Konsumentinnen und Konsumenten beschweren sich oft über einen zu geringen Kalbsleberanteil in Kalbsleberwürsten. Bei Produkten mit dem AMA-Gütesiegel ist man auf der sicheren Seite, sie müssen mindestens 10 Prozent Kalbsleber enthalten. Die Kalbsleberwurst-Proben ohne AMA-Gütesiegel enthielten alle nur 5 Prozent Kalbsleber!

 

Hinweis

Eine fünfstufige Farbskala von Grün über Hellgrün, Gelb und Orange nach Rot sorgt für Aufmerksamkeit in den Medien. In österreichischen Supermärkten ist der Nutri-Score inzwischen auf Lebensmitteln zu sehen. Vereinfacht ausgedrückt soll die erweiterte Ampel Konsumentinnen und Konsumenten Hinweise darauf geben, als wie gesund oder ungesund ein Lebensmittel zu bewerten ist, ohne dass sie sich in klein gedruckte Zutatenlisten vertiefen müssen. Grundlage für die Berechnung des Nutri-Scores ist das Verhältnis von positiv eingestuften Nahrungsmitteln wie Obst und Gemüse, Ballaststoffen und Eiweiß zu als ungünstig bewerteten Substanzen wie Zucker, gesättigten Fettsäuren oder Natrium. Auch der Kaloriengehalt eines Lebensmittels wird in die Bilanz miteinbezogen. Entwickelt wurde die Kennzeichnung von unabhängigen Wissenschaftlern auf Wunsch der französischen Regierung. Der Score reicht von einem sattgrünen A (höchste Nährwertqualität) bis zu einem tiefroten E (niedrigste Nährwertqualität).

Alle Testergebnisse im Detail (kostenpflichtig).

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