Bei Putzmitteln gilt: Weniger ist mehr und öko ist besser. © Andrey Popov, Adobe Stock
Bei Putzmitteln gilt: Weniger ist mehr und öko ist besser. © Andrey Popov, Adobe Stock

Frühjahrsputz: Putzmittel im Check

Mit dem Frühling beginnt meistens auch das Groß-Reine-Machen im Haushalt. Viele verschiedene Produkte stehen im Regal bereit. Eine Marktübersicht und die nähere Betrachtung zeigt, dass bei den Putzmitteln gilt: Weniger ist mehr und öko ist besser.

In unseren Haushalten wird monatlich knapp 32 Stunden geputzt und gewischt. Dabei werden jährlich 2,5 Liter Haushaltsreiniger verbraucht und zwischen 86,40 und 210 Euro ausgegeben. Dabei sind drei bis vier Reinigungsmittel für den gesamten Haushalt grundsätzlich ausreichend. Ein milder Allzweckreiniger oder Essigreiniger für alle Oberflächen und Böden, ein Handspülmittel, ein Scheuermittel für Verkrustungen und ein saurer Reiniger, um den Kalk im Bad und WC zu lösen.

Haushaltsreiniger unter der Lupe

Die Marktforschung der AK Stei-ermark hat 20 Geschirrspülmittel, zwölf Allzweckreiniger, sieben Scheuermittel und sechs Essigreiniger hinsichtlich des Preises und der Anzahl der Anwendungen und des ökologischen Aspekts näher betrachtet.

Dosierung und Preis je Reinigung

Die Marktübersicht zeigt sehr unterschiedliche Füllmengen und Dosierempfehlungen. Das führt zu einer sehr unterschiedlichen Anzahl von Anwendungen, was den Preisvergleich je Reinigungsgang nahezu unmöglich macht. Die Preise betragen höchstens 11 Cent, was gering erscheinen mag – die Preisdifferenz ist jedoch beträchtlich und liegt zwischen 469 und 808 Prozent.

Gütezeichen

Ökologische Hinweise wie "natürlich", "schonend" oder "umweltfreundlich" auf der Packung sagen noch nichts über die tatsächlichen Umweltstandards des Produkts aus. Seriöse Gütezeichen, wie das „Österreichische Umweltzeichen“, das "EU-Ecolabel" und der "Blaue Engel" helfen ebenso wie Positivlisten, ökologische Reinigungsmittel zu finden.
Bei den 45 betrachteten Reinigungsmitteln konnte festgestellt werden, dass etwa 23 Prozent der Allzweckreiniger (Splendid nature, Frosch Lavendel, AlmaWin Konzentrat) mit einem oder sogar mehreren Umweltzeichen ausge- zeichnet oder in Positivlisten zu finden sind. Bei den Essigreinigern sind 50 Prozent (Splendid nature, Frosch, bigood) und 30 Prozent der Geschirrspülmittel (ecover Zitrone & Aloe Vera, Blink öko, bigood, WS eco citrus, Denk mit ultra, nature, Frosch Limonen) so gekennzeichnet. Bei den Scheuermitteln war nur "Frosch Zitrone" dabei, das als ökologisch bewertet wird.

Tipps für umweltfreundliches Reinigen

  • Fensterreinigung: Mit Mikrofasertuch, am besten trocken oder nur mit Wasser befeuchtet. Bei hartnäckigen Ablagerungen einen Spritzer Glasreiniger, Geschirrspülmittel oder Haushaltsessig (3 Teile warmes Wasser und 1 Teil Essig). Schlieren entstehen meist durch zu viel Fenstereinigungsmittel.
  • Küchenreiniger: Küchenoberflächen werden mit etwas Handgeschirrspülmittel sauber von Fettflecken, hartnäckige Fettkrusten werden über Nacht eingeweicht und mit einem Edelstahl-Topfreiniger entfernt.
  • Kühlschrank: Vor allem im Kühlschrank sollte man auf chemische Reiniger verzichten. Wasser und eventuell verdünnter Essig (nach Schimmelbefall) reicht zum Reinigen.
  • Bad und WC: Ein ökologischer Bad- oder Sanitärreiniger enthält Zitronen-, Milchoder Essigsäure zum Entfernen von Kalkablagerungen. Armaturen werden durch das Polieren mit trockenen Mikrofasertüchern wieder wie neu.
  • Möbel und Böden: Hier reicht das Wischen mit einem Mikrofasermopp und einem milden Allzweckreiniger oder Essigreiniger aus. Offenporige Möbel oder Holzböden werden nicht mit Mikrofasertuch gereinigt, sondern mit weicher Baumwolle. Flecken auf Holzmöbeln können mit einigen Tropfen Speiseöl und etwas Salz mit einem weichen Tuch entfernt werden. 
 

Gesundheitstipps

In Haushaltsreinigern enthaltene Duft- und Konservierungsstoffe belasten Atemluft, Abwasser und Haut. Für die Reinigung zuhause braucht es daher weder Raumsprays, WC-Beckensteine oder Weichspüler. Auch Desinfektionsmittel braucht es üblicherweise nicht im Privathaushalt. Weniger Chemie schont nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Umwelt. Umwelt- und gesundheitsschonende Wasch- und Reinigungsmittel sind in der Öko- Rein Datenbank von DIE UMWELTBERATUNG zu finden.

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