Fahrlehrer gibt Schülerin Anweisung zum Einparken © Gerhard Seybert, stock.adobe.com
Fahrschülerinnen und Fahrschüler sollten für Wiederholungsprüfungen zahlen, für die sie sich nicht angemeldet haben (Symbolbild). © Gerhard Seybert, stock.adobe.com
14.12.2022

Fahrschüler zahlen für Prüfungen, für die sie sich nicht angemeldet haben

Die Grazer Fahrschule "Roadstars" schickt Fahrschülerinnen und Fahrschülern, die bei der Prüfung durchgefallen sind, ungefragt eine Rechnung für eine Wiederholungsprüfung – auch wenn sie sich nie dafür angemeldet haben. Außerdem scheinen auf der Rechnung „kreative“ Zusatzgebühren auf. Für die Arbeiterkammer sind diese Rechnungen rechtswidrig. "Roadstars" ist aber ohnehin kein Unbekannter.

Die Arbeiterkammer Steiermark erhält derzeit zahlreiche Anfragen zu rechtswidrig ausgestellten Rechnungen der Grazer Fahrschule "Roadstars". Das Unternehmen schickt Fahrschülerinnen und Fahrschülern, die bei der Prüfung durchgefallen sind, Rechnungen für eine Wiederholungsprüfung – obwohl sich die Betroffenen weder zur Wiederholungsprüfung angemeldet haben noch dazu angetreten sind. In solchen Fällen darf aber kein Entgelt verrechnet werden, betont AK-Konsumentenschützerin Katharina Gruber. "Außerdem wirbt die Fahrschule mit einer 'Prüfungsgarantie'. Selbst wenn man sich für eine weitere Prüfung angemeldet hätte, besagt die Garantie, dass man gratis nochmals antreten kann, wenn man bei der vorherigen Prüfung eine gewisse Prozentzahl an Punkten erreicht hat."

CO2-Neutralitätsbeitrag und Porto für die Rechnung

Auch beim verpflichtenden Fahrsicherheitstraining und bei der Perfektionsfahrt bittet "Roadstars" Kundinnen und Kunden erneut zur Kasse: Wird ein Termin versäumt, wird sofort eine Rechnung für den nächsten Termin ausgestellt, noch bevor dieser vereinbart oder wahrgenommen wurde. Zusätzlich verrechnet die Fahrschule auch noch einen angeblichen "CO2-Neutralitätsbeitrag" sowie Porto für die (unerwünschte) Rechnung. "Das zu verrechnen, ist sicher nicht in Ordnung", stellt Gruber klar.

Nachforderungen an Fahrschülerinnen und Fahrschüler

Seit Monaten vertritt die AK etliche "Roadstars"-Kundinnen und -Kunden in einer anderen Causa. Ein ehemaliger "Roadstars"-Mitarbeiter steht im Verdacht, Gelder von Fahrschülerinnen und Fahrschülern veruntreut zu haben, strafrechtliche Verfahren dazu laufen. Die Fahrschule wollte den Schaden, den sie dadurch erlitten hat, kompensieren, indem sie von Fahrschülerinnen und Fahrschülern Entgelte nachforderte – teilweise sollten Betroffene sogar die gesamten Ausbildungskosten nochmals zahlen. Die AK hält diese Vorgangsweise für unzulässig.

Downloads

Links

Das könnte Sie auch interessieren

Fitnesscenter © Steidi, stock.adobe.com

Unsportliche Klauseln bei Fitnesscenter Clever fit

Der OGH gab der AK recht: Zusatzkosten wie Verwaltungs-, Servicepauschale und Chipgebühr sind rechtswidrig und dürfen nicht mehr verlangt werden.

Junger Mann macht den Führerschein © Alexander Raths, stock.adobe.com

Mitarbeiter veruntreute Geld: Fahrschule bittet Kunden zur Kasse

In einer Fahrschule soll ein Mitarbeiter Kundengelder veruntreut haben. Für den Schaden sollen nun Fahrschülerinnen und Fahrschüler zahlen.

Trotz mehrerer kritischer Medienberichte und Beschwerden über sein fragwürdiges Coaching kündigt Temmer jetzt ein neues Live-Online-Training an. © Faksimile: waltertemmer.com, AK Stmk

Temmer: AK holt Geld zurück

Die Beschwerden in der AK zum Coaching-Kurs des Millionärs Walter Temmer reißen nicht ab. Der Vertrag für seine "Masterclass" weist einige Mängel auf.