Faksimile des "heilsamen" Schreibens von "Carta Prophetica" an die Weizerin. © AK Stmk, AK Stmk
Faksimile des "heilsamen" Schreibens von "Carta Prophetica“ an die Weizerin. © AK Stmk, AK Stmk

Spirituelle Heilung – doch nicht gratis

In mehreren Briefen wurde einer Weizerin eine angebliche seelische Reinigung garantiert – zunächst kostenlos. Die erste Rechnung ließ jedoch nicht lange auf sich warten.

Als eine "von wenigen Auserwählten" erhielt eine 78-Jährige per Post ein Schreiben der "Carta Prophetica", die sich selbst als kleinen, geheimen Zirkel aus Sehern und Medien bezeichnet. Versprochen wurde der Weizerin darin eine vermeintlich seriöse, astrologisch-spirituelle Analyse, die ihre "Zukunft erhellen" und "Blockaden lösen" sollte. Normalerweise koste dies rund 500 Euro, Frau P. hätte aber das "Glück", diese kostenlos zu bekommen. Da sich die Weizerin in einer schwierigeren gesundheitlichen Phase befand, klang die Hilfe verlockend. Sie stimmte schriftlich zu und bekam daraufhin drei Kuverts, die sie zu unterschiedlichen Daten öffnen sollte.

Wundersamen und Erlagschein

Enthielt das zweite Schreiben zusätzlich noch einen magischen afrikanischen Samen des Afzelia-Baumes, befand sich im letzten auch eine Rechnung: Für ein weiteres Heilungsritual sei ein symbolischer Beitrag von 49 Euro fällig. Als Frau P. dies nicht bezahlte, folgte eine erneute Zahlungsaufforderung. Nach Durchsicht der Unterlagen empfahl Elmar Tuttinger, Außenstellenleiter der AK Weiz, die Briefe zu ignorieren. "Hinter solchen unaufgeforderten Zusendungen steckt nicht die Absicht, jemandem zu helfen, sondern ein finanzielles Motiv", so Tuttinger: "Auf diese Schreiben sollte man nicht reagieren und auch keinerlei schriftliche Zustimmungen erteilen."

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