Neben den Bankinstituten kommt ab August 2022 auch Finanzberaterinnen und -beratern eine verstärkte Rolle zu, gute Beratungen für nachhaltige Finanzprodukte anzubieten. © andriano cz - stock.adobe.com, AK Stmk
Neben den Bankinstituten kommt ab August 2022 auch Finanzberaterinnen und -beratern eine verstärkte Rolle zu, gute Beratungen für nachhaltige Finanzprodukte anzubieten. © andriano cz - stock.adobe.com, AK Stmk
4.4.2022

Finanzen regeln, aber nachhaltig

Die Wirtschaft soll nachhaltiger gestaltet werden, so ein Ziel der EU. Deswegen liegt künftig der Fokus auf guten Finanzberatungen. Eine aktuelle AK-Studie beschäftigt sich mit Bedarf und Stand.

Mit 2. August 2022 müssen neben Banken auch Wertpapierdienstleistungsunternehmen bei Anlageberatungen oder Portfolioverwaltung die Nachhaltigkeitspräferenzen ihrer Kundinnen und Kunden ermitteln. In Folge soll dann ihr Bewusstsein für Nachhaltigkeit am Finanzmarkt geschärft werden. Damit will die EU die Umleitung privater Kapitalströme in Richtung nachhaltiger Investitionen, sogenannte ESG Investmentfonds, anstoßen. AK-Marktforscher Josef Kaufmann: "Ohne diese privaten Investitionen im Bereich nachhaltige Fonds wird der beabsichtigte Wandel der EU-Wirtschaft und Gesellschaft und die Erreichung der Klimaschutzziele 2050 kaum möglich sein."

Nachhaltigkeit (noch) unwichtig

Aus einer aktuellen Studie der AK Steiermark geht hervor, dass eine fundierte Beratung für nachhaltige Finanzprodukte fünf Monate vor der verpflichtenden Abfrage der Nachhaltigkeitspräferenz bei Konsumentinnen und Konsumenten noch in den Kinderschuhen steckt. Ebenso ist nach wie vor die Erzielung einer höchstmöglichen Rendite den Konsumentinnen und Konsumenten wie auch den Vermögensberaterinnen und -beratern deutlich wichtiger als die Frage, ob ein Investment den Nachhaltigkeitskriterien entspricht oder nicht.

Nur 1 von 3 Kriterien relevant

Wenn sich Konsumentinnen und Konsumenten für nachhaltige Investments entscheiden, verbinden sie mit der Geldanlage vorwiegend Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel und erst in zweiter Linie Menschenrechte oder Arbeitsrechtsverletzungen. Das Thema Unternehmensführung wird kaum aktiv nachgefragt.

Junge interessiert, aber zu arm

Unter-30-Jährige fragen zwar verstärkt nach nachhaltigen Investments, sind aber aufgrund ihres oft geringen Startkapitals per se keine primäre Zielgruppe für Finanzberaterinnen und -berater.

Environmental, Social and Governance (ESG)

Die Abkürzung ESG steht für Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung und hat sich etabliert, wenn allgemein von Nachhaltigkeit gesprochen wird. ESG beschreibt, wie ökologische und soziale Aspekte sowie die Art der Unternehmensführung bei Finanzdienstleistungen bewertet und berücksichtigt werden.

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