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08.03.2021

Corona und die Abzocke im Netz

Nepp im Web. Pandemie, Lockdowns und die Vorsicht vor Covid-19-Viren sorgen dafür, dass wir uns alle noch viel mehr als bisher im Internet bewegen. Doch auch dort lauern Viren, die gefährlich sind. Dies zeigen auch zahlreiche Beschwerden von Betroffenen, die sich an die Expertinnen und Experten der AK gewandt haben.

Webshop mit Abzock-Garantie

Gerade jetzt wird online so viel bestellt wie noch nie. Betrüger nützen diesen Hype für ihre Zwecke. Täglich werden neue Webshops gelauncht. Vor allem – aber nicht nur – im Technikbereich gibt es viele Seiten, die mit bunten Bildern und attraktiven Preisen um Käufer werben. Manche aber haben außer schönen Bildern nichts zu bieten – wollen sie auch gar nicht. Es handelt sich dabei um "Fakeshops", also Shops, die nur vorgeben, sie würden etwas zum Verkauf anbieten. Den Betreiberinnen und Betreibern geht es aber einzig darum, an das Geld gutgläubiger Konsumentinnen und Konsumenten zu kommen. Daher bestehen sie in der Regel ausschließlich auf Vorauszahlung entweder per Überweisung, Kreditkarte oder durch Zahlungsdienstleister. Haben sie das Geld ihrer Opfer, dann ist der Shop nicht mehr kontaktierbar und Lieferung erfolgt keine. Das Geld ist oftmals nicht mehr rückholbar. Was bleibt, ist eine Anzeige bei der Polizei.

AK-Tipp: Hilfestellung, ob es sich um einen Fakeshop handelt oder nicht, leistet unter anderem die "Watchlist Internet" des österreichischen Internet-Ombudsmannes. Dazu den Seitennamen und "watchlist" googeln. Ist der Shop gelistet – Finger weg! Zudem sollte der Shop ein (vollständiges) Impressum aufweisen und nicht nur Vorauszahlung anbieten. Besteht der Kundenservice den Test? Wird schnell, klar und freundlich auf gezielte Anfragen per E-Mail geantwortet? Nein? Dann wird's meist auch im Falle eines Problems nicht besser und niemand ist erreichbar, wenn z. B. gar keine Lieferung erfolgt.

Online-Kredite als teures Geschäft

Online-Kredite bei alternativen Anbieterinnen und Anbietern haben im Zuge der Corona-Pandemie offensichtlich an Beliebtheit gewonnen – sei es, weil viele Menschen den Weg zur Bank zu einem persönlichen Beratungsgespräch scheuen oder weil sie auf herkömmlichem Weg gar nicht zu einem Kredit kommen würden. Doch die Gefahr, im Internet auf einen Betrug hereinzufallen, ist groß – und die Masche der Betrügerinnen und Betrüger ist (fast) immer dieselbe: Unbekannte Kreditvermittler, die meistens irgendwo im Ausland sitzen, preisen online die Vermittlung von Krediten an – ohne beispielsweise Bürgen oder Bonitätsnachweise zu verlangen. Ein aussagekräftiges Impressum findet sich auf den Internetseiten dieser Anbieterinnen und Anbieter freilich in der Regel nicht. Das erste Mal in Kontakt mit diesen betrügerischen Kreditvermittlern kommen die meisten Betroffenen über Werbeeinschaltungen in sozialen Medien wie Facebook. Wer sich dann auf ein solches Kreditgeschäft einlässt, erhält oft zunächst "Fantasie-Unterlagen" – und in weiterer Folge die Aufforderung, (hohe) Gebühren für die Kreditvermittlung zu zahlen, bevor auch nur ein Cent des Kredits beim Kreditnehmer bzw. der Kreditnehmerin gelandet ist. Und der versprochene Kredit? Den gibt’s meistens nicht, und das Geld für die „Kreditvermittlungsgebühr“ ist auch weg ...

AK-Tipp: Wirbt ein Kreditvermittler auf Facebook und Co., ist Skepsis ange­bracht: Kein seriöser Anbieter wird seine Dienste über soziale Netzwerke anpreisen. Wird außerdem nicht nach Sicherheiten bzw. Bonität gefragt, sollte man erst recht die Finger von solchen Kreditgeschäften lassen: Denn in der Regel ist eine Bonitätsprüfung Pflicht, da Gläubigerinnen und Gläubiger Interesse daran haben, Schuldnerinnen und Schuldner kennenzulernen. Gebühren, etwa für die Kreditvermittlung, fallen erst mit Auszahlung bzw. Überweisung des Kredits an. Man sollte also niemals Gebühren bezahlen, bevor man die Kreditsumme tatsächlich erhalten hat. Zu beachten ist zudem die Höhe der verlangten Zahlungen: Für die Vermittlung dürfen maximal fünf Prozent der Kreditsumme als Gebühr verrechnet werden.

Wer fischt denn da?

Passwort + fishing ist Phishing: Die kriminelle Form des Passwortdiebstahls gibt es, seit es Internet und Passwörter gibt. Die Methoden allerdings, wie sich Täterinnen und Täter illegalen Zugang zu fremden Onlineaccounts verschaf­fen, haben mit der Zeit viele neue Varianten erfahren. Per Telefon, E-Mail, über gefakte Internetseiten, die seriösen Seiten perfekt nachgebaut sind, oder auch durch gezieltes Platzieren von Schadsoftware am eigenen PC, Tablet oder Handy, welche dann beispielsweise alle gespeicherten und über die Tastatur eingegebenen Daten ausliest. Oft kann der Diebstahl zunächst mehr oder weniger unbemerkt passieren.

AK-Tipp: Niemals – egal mit welcher Ausrede ans Werk gegangen wird – Login-Daten und Passwörter auf telefonische Anfrage oder per E-Mail übermitteln. Das gilt auch für Ausweiskopien. Auf dem Endgerät stets ein aktuelles Virenschutzprogramm installieren. Login-Seiten immer durch händische Eingabe der Internetadresse in den Browser aufrufen. Keine Logins über fremde WLAN-Verbindungen durchführen. Bei jeder Unregelmäßigkeit vor oder während der Eingabe Internetverbindung sofort trennen und Seitenbetreiber informieren. 

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