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Die EU will nachhaltige Investitionen fördern. © sarayut_sy , stock.adobe.com
5.9.2022

Finanzen nachhaltig regeln: Angebot ist ausbaufähig

Um private Kapitalströme in Richtung nachhaltiger Investitionen umzuleiten, sind nun seit August Vermögensberater und Finanzdienstleister zur Abfrage der Nachhaltigkeitspräferenzen ihrer Kundinnen und Kunden verpflichtet.

Ohne private Investitionen im Bereich Nachhaltige Investments, die den ESG-Kriterien unterliegen, wird nach Ansicht der EU der umfassende Wandel der Wirtschaft und Gesellschaft in Richtung Nachhaltigkeit und die Erreichung der Klimaschutzziele 2050 kaum möglich sein.

Kunden schauen auf Rendite

Laut einer aktuellen AK-Studie ist Konsumentinnen und Konsumenten die Erzielung einer höchstmöglichen Rendite aber deutlich wichtiger ist als die Frage, ob ein Investment nachhaltig ist. Außerdem verbinden sie mit Nachhaltigkeit eher Umwelt- und Klimaschutz als das Hintanhalten von Menschen- und Arbeitsrechtsverletzungen.

Fonds selten nachhaltig

In der Studie wurden zudem 14.300 Fonds hinsichtlich ihrer Investments mit dem MSCI World Index, dem weltweit wichtigsten Referenzindex für Fondsmanager und Institutionen (Pensionskassen, Versicherungen etc.) verglichen. Dabei konnten lediglich 15 Prozent dieser Fonds als nachhaltig eingestuft werden. Sowohl die nachhaltigen Fonds als auch die Fonds ohne oder mit kaum einem Bezug zur Nachhaltigkeit investieren hauptsächlich in die Software- und Bankenbranche sowie in Pharmafirmen. Themen wie Wasser spielen selbst bei nachhaltigen Fonds eine erstaunlich geringe Rolle, während 50 Prozent der Titel der Öl- und Gasindustrie sowie 40 Prozent der Kohleindustrie, die alle im MSCI World Index gelistet sind, noch immer auch von nachhaltigen Fonds finanziert werden. Noch höher ist die Überschneidung bei Airlines sowie Bahn und Schiene (70 Prozent bzw. 80 Prozent). 

Tipp für Konsumenten

AK-Marktforscher Josef Kaufmann: "Sollte ein Konsument sein Geld nachhaltig anlegen wollen, wird geraten, genau zu fragen, in welche Einzeltitel der ins Auge gefasste Fonds investiert."

Environmental, Social and Governance (ESG)

Die Abkürzung ESG steht für Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung und hat sich etabliert, wenn allgemein von Nachhaltigkeit gesprochen wird. ESG beschreibt, wie ökologische und soziale Aspekte sowie die Art der Unternehmensführung bei Finanzdienstleistungen bewertet und berücksichtigt werden.

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