Mann im Büro mit Taschenrechner und Akten © Robert Kneschke, stock.adobe.com
Wohnungsmieter konnten die Zahlung des Mietzinses für die Monate April bis Juni aufschieben. © Robert Kneschke, stock.adobe.com

Miete aufgeschoben: Was ist zu beachten?

Durch ein Sondergesetz ist bzw. war es Wohnungsmieterinnen und -mietern möglich, den Mietzins bzw. Teile davon für die Monate April bis Juni aufzuschieben. Ab Juli 2020 ist wieder voll und pünktlich zu zahlen.

Voraussetzung für die Aufschiebung der Miete war bzw. ist eine wesentliche Beeinträchtigung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit infolge der Corona-Krise, wie der Verlust der Arbeitsstelle. Eine Zustimmung der Vermieterin oder des Vermieters ist dazu nicht nötig. Nach den derzeitigen Bestimmungen ist der Mietzins wieder ab Juli vollständig und pünktlich einzuzahlen.

Verzinsung von 4 Prozent

Jene Mieterinnen und Mieter, die von der Aufschiebung Gebrauch gemacht haben, müssen die aufgeschobenen Mietzinse bis spätestens 31. Dezember 2020 nachzahlen. Ob in Teilen oder auf einmal, bleibt ihnen überlassen. Sie sollten es aber ihrer Vermieterin bzw. ihrem Vermieter mitteilen, eine Vereinbarung ist nicht erforderlich. Bis Jahresende darf keine Kündigung seitens der Vermieterin bzw. des Vermieters aufgrund des Mietzinsrückstands, basierend auf der Sonderregelung, geltend gemacht werden. AK-Konsumentenschützer Michael Knizacek: "Der ausstehende Betrag darf auch nicht durch Heranziehung der Kaution gedeckt werden." Zu beachten ist jedoch eine Verzinsung von 4 Prozent pro Jahr.

Eigene Vereinbarung treffen

Neben dieser gesetzlichen Möglichkeit steht es jeder Mieterin und jedem Mieter bei Zahlungsschwierigkeiten frei, eine abweichende und eventuell bessere Vereinbarung mit der Vermieterin oder dem Vermieter zu treffen. "Beispielsweise eine längere Zeit für die Rückzahlung, keine Verzinsung oder ein längeres Aussetzen des Mietzinses", so Knizacek. Dazu ist jedoch die Zustimmung von Vermieterseite erforderlich, welche zu Beweiszwecken schriftlich festgehalten werden sollte.

Downloads

Links

Das könnte Sie auch interessieren

Frau mit Taschenrechner © leszekglasner, Adobe Stock

Befristeter Mietvertrag läuft ab. Was soll ich tun

Gerade in der jetzigen Situation ist es den Menschen nicht zumutbar, auf Wohnungssuche zu gehen.

Immobilienmakler erklärt jungem Paar Objekt © auremar, Fotolia.com

Wenn sich Vermieter und Makler (zu) nahe stehen

Maklerinnen bzw. Makler, die in einem Naheverhältnis zu den Eigentümerinnen und Eigentümern stehen, müssen hierüber vorab schriftlich informieren.

AK-Konsumentenschützer Michael Knizacek klärt über die Ausmalklausel auf. © Buchsteiner, AK Stmk

Mietwohnung bei Auszug neu ausmalen?

Ausmalklauseln in Mietverträgen sollte man sich genauer anschauen. Manche sind schon von Gerichten als unzulässig beurteilt worden.