Junge Frau lehnt verzweifelt an Umzugskarton. © Peter Atkins - stock.adobe.com, AK STmk
Junge Frau lehnt verzweifelt an Umzugskarton. © Peter Atkins - stock.adobe.com, AK STmk
1.2.2018

Wie unseriöse Umzugsfirmen ihre Kunden abzocken

Einem Konsumenten wurde nach Bekanntgabe der An-zahl seiner Möbel und seiner Adresse ein Pauschalangebot von 780 Euro übermittelt. Er nahm das Angebot an. Als die Objekte eingeladen waren, hieß es plötzlich, dass 1.400 Euro zu zahlen wären. Sollte er nicht zahlen, würden seine Sachen auf die Straße abgeladen werden. "Unter Druck zahlte der Mann", so AK-Konsumen tenschützer Michael Knizacek: "Auf unsere Intervention hin argumentierte die Firma, dass vor Ort eine neue Vereinbarung getroffen wurde. Das ließen wir nicht gelten und klagten auf Rückzahlung der 620 Euro." Der Anspruch konnte bei Gericht durchgesetzt werden.

Kein Einzelfall

"Wir verzeichneten in den vergangenen Monaten an die 20 Anfragen", so Knizacek. Hauptsächlich gibt es Probleme mit den Umzugsfirmen "Umzugsprofi GmbH" und "MHY Pro transport GmbH". Das Muster sei immer gleich: Es werde ein Kostenvoranschlag gemacht, meist attraktive Angebote, wo das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Be-
reits während des Beladens oder am Ende kommt dann einer der Mitarbeiter und meint, dass es mehr Aufwand
sei. Dann wird entweder der Pauschalpreis erhöht oder es kommt ein Stockwerks- oder Montagezuschlag dazu. Die Betroffenen lassen sich meist einschüchtern und bezahlen.

Tipp

Der Experte rät, notfalls die Polizei zu rufen. Sonst gilt: Einen schriftlichen Kostenvoranschlag anfordern und auf erfahrene bzw. bekannte Siedlungsfirmen setzen, über die es auch Erfahrungsberichte gibt.


AK blieb hartnäckig

Selbst mit einem Urteil in der Hand, kam der Konsument des eingangs geschilderten Falles nicht zu seinem Geld: "Die Firma zahlte aber trotz des Urteils nicht und so kam es über den Sommer zur Exekution", schildert AK-Konsumentenschützer Michael Knizacek die hartnäckige Vorgangsweise der Arbeiterkammer. Dadurch wurde zuerst ein Teilbetrag eingebracht und schließlich auf einmal der Restbetrag sowie die Prozesskosten von 760 Euro bezahlt.

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