Jeden Euro vor dem Ausgeben zweimal umdrehen: Die viele unbezahlte Arbeit von Frauen führt dazu, dass im Alter Armut droht. © Alexander Raths, stock.adobe.com
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Altersarmut von Frauen

Frauen arbeiten viel, ein großer Teil dieser Arbeit ist aber unbezahlt. Weil das Pensionssystem an bezahlter Arbeit ausgerichtet ist, droht im Alter Armut. Die AK rät zur persönlichen Pensionsoptimierung.

Unsere Gesellschaft funktioniert nur, weil Frauen ständig unbezahlt zugreifen, wo sich Männer drücken: bei der Hausarbeit, bei der Betreuung unserer Alten und beim Aufziehen der Kinder. 64 Prozent der gesamten Arbeitszeit von Frauen ist unbezahlt, weiß AK-Expertin Bernadette Pöcheim. Abgesehen von laufenden Lohneinbußen wirkt sich diese unbezahlte Arbeit später bei der Pensionshöhe dramatisch aus: „Die Pension richtet sich weitgehend nach dem Lebenseinkommen, und das ist aufgrund der Karriereunterbrechung wegen der Kinder und der Teilzeitarbeit von knapp der Hälfte aller Frauen gering.“

Ein Kind ein Jahr betreuen – 28 Euro Pension

Zu einem geringen Teil wird die Kindererziehung für die Pension angerechnet, auch wenn in diesem Zeitraum keine Pensionsbeiträge bezahlt werden. Für jedes Kind werden maximal vier Jahre berücksichtigt und pro Jahr Kindererziehung gibt es 28 Euro als monatliche Pensionsleistung. Eine Frau, die also vier Jahre lang wegen der Kinder daheim bleibt, erhält dafür in der Pension monatlich 112 Euro.

Viele Jahre Teilzeit sind eine Armutsfalle

Weil aber Kinder nach vier Jahren nicht erwachsen sind und noch viel Zuwendung brauchen, wählen danach viele Frauen Teilzeitarbeit. „Dazu kommt, dass eine gute und günstige ganztägige Kinderbetreuung noch immer nicht flächendeckend angeboten wird“, kritisiert Pöcheim. So bleibt das vielzitierte Schlagwort von der Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie eine hohle Phrase. Und Teilzeitarbeit bedeutet, dass nur geringe Beiträge auf das Pensionskonto wandern. „Wer monatlich 1.500 Euro verdient, bekommt nach 45 Jahren 1.200 Euro Pension. Bei einer Halbierung auf Teilzeit sind es nur 600 Euro“, zeigt die Expertin drastisch die Folgen auf.

Rechtzeitig etwas tun

Die AK-Frauenreferentin rät, sich schon frühzeitig um eine bessere Pension zu kümmern. Trotz der grundsätzlich schlechten Ausgangslage für Frauen im heimischen Pensionssystem gebe es Möglichkeiten, gegen Altersarmut etwas zu tun. Die AK-Frauenabteilung und die Expertinnen und Experten vom AK-Sozialrecht stehen für ausführliche Beratungen zur Verfügung.

Tipps für bessere Pensionen

•       bei Teilzeit jede Möglichkeit zur Aufstockung nützen
•       statt Stunden reduzieren eine Verlagerung der Arbeitszeit prüfen
•       versuchen, auch während der Kindererziehungszeiten erwerbstätig zu       bleiben
•       die Möglichkeit der Veränderung von Elternteilzeit zur Stundenaufstockung nützen
•       gleichzeitig mit dem Partner Elternteilzeit nützen
•       Pensionssplitting mit dem Partner vereinbaren
•       Schul- und Studienzeiten nachkaufen
•       freiwillige Höherversicherung

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