Während des ersten Lockdowns saß die 40-Jährige in ihrer Heimat fest: Trotz aller Bemühungen konnte sie weder per Zug, Bus noch Flugzeug zu ihrem Arbeitsplatz in Österreich gelangen. © Patryk Kosmider - stock.adobe.com, AK Stmk
Während des ersten Lockdowns saß die 40-Jährige in ihrer Heimat fest: Trotz aller Bemühungen konnte sie weder per Zug, Bus noch Flugzeug zu ihrem Arbeitsplatz in Österreich gelangen. © Patryk Kosmider - stock.adobe.com, AK Stmk
25.10.2021

Entlassung: Küchenhilfe saß im Ausland fest

Weil eine Küchenhilfe aufgrund der Corona-Reisebeschränkungen nicht nach Österreich zurückkehren konnte, wurde sie von ihrem Chef entlassen – zu Unrecht, wie die AK vor Gericht klarstellen konnte.

Für ihren zweiwöchigen Urlaub fuhr die 40-jährige Frau Anfang März in ihr Heimatland, den Kosovo. In dieser Zeit kam es zum ersten Lockdown, woraufhin ihr Arbeitgeber Kurzarbeit mit ihr vereinbarte. Dass für sie eine Einreise nach Österreich zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht möglich war, teilte die Frau ihrem Chef per WhatsApp mit. Daraufhin wurde sie für keine weiteren Dienste eingeteilt. Als das Restaurant zwei Monate später wieder öffnen durfte, bekam sie die Nachricht, dass sie entlassen werde, falls sie bis dahin nicht wieder zurück sei. Da die 40-Jährige keinen Führerschein besaß, war sie auf eine Anreise mit Bus, Bahn oder Flugzeug angewiesen. Ihre letzte Hoffnung, ein geplanter Flug, fand aufgrund zu geringer Nachfrage nicht statt. Nachdem sie dies ihrem Arbeitgeber mitteilte, antwortete ihr dieser, dass sie entlassen sei.

Klärung vor Gericht

Als die verzweifelte Frau schließlich mit dem ersten Bus, der wieder nach Österreich fuhr, zurückkehrte, wandte sie sich umgehend an die AK. "Da kein Entlassungsgrund vorlag, forderten wir eine Kündigungsentschädigung, Urlaubsersatzleistung und anteilsmäßige Sonderzahlungen", so AK-Arbeitsrechtsexpertin Barbara Tieber. Nachdem der Arbeitgeber dies jedoch verweigerte, brachte Tieber Klage vor Gericht ein, welcher stattgegeben wurde. Der Arbeitgeber musste daher den geforderten Betrag von rund 3.700 Euro an die Küchenhilfe zahlen.

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