5.12.2017
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Arbeiten, wenn andere feiern

Waltraud Aftenberger feiert doppelt: Erst beim Dienst im Pflegeheim und später im Familienkreis. © Aftenberger, -

Sie habe sich für Weihnachten freiwillig gemeldet, sagt Waltraud Aftenberger. Die diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester ist im Seniorenzentrum Weiz für 37 Bewohnerinnen und Bewohner zuständig. "Ich habe im Gegensatz zu vielen Kolleginnen keine kleinen Kinder mehr. Für mich ist der Feiertgasdiest kein Problem", sagt sie. Weihnachten feiert sie an diesem Tag gleich zweimal – einmal mit den alten Menschen im Pflegeheim, und später am Abend stößt sie zur Familienfeier, wo "meine Enkerln bereits mit den ausgepackten Geschenken spielen" werden.

"Weihnachtslieder werde ich am 24. Dezember meine Gitarre mitbringen und gemeinsam mit einer Kollegin und unseren Bewohnerinnen und Bewohnern Weihnachtslieder singen und das Fest gestalten". Im Vorjahr war es eine sehr schöne Feier. Wehmut bei den alten Leuten, weil die Angehörigen nicht dabei waren, habe sie keine gespürt. Das gemeinsame Abendessen am festlich geschmückten Tisch wird der Abschluss sein. Am Standort des Volkshilfe Pflegeheimes, das mehr als 100 Plätze bietet, sind auch alle anderen Dienstleistungen für eine umfassende Altenhilfe untergebracht. Von der Hauskrankenpflege und den mobilen Diensten, über die Angehörigenberatung bis zum Essen auf Rädern reicht das vielfältige Angebot.

Strom für Graz

Für Siegfried Eberhart ist Bereitschaftsdienst normal. Denn Graz braucht Sicherheit beim Strom. © Graf, AK

Damit Graz der Strom nicht ausgeht und Störungen rasch behoben werden gibt es bei der Energie Graz rund um die Uhr einen Entstördienst. „Das sind auch oft unsere Retter in letzter Not, wenn jemand daheim im Dunkeln sitzt“, sagt Siegfried Eberhart. Eigentlich sei man ja nur für die Versorgung bis zur Haustür zuständig, aber eine schnelle telefonische Beratung, etwa zur Bedienung des FI-Schalters, sei allemal drin, so der diplomierte Wirtschaftsingenieur, der bei Energie Graz als technischer Betriebsleiter arbeitet. Er selbst trage abwechselnd mit Kollegen das ganze Jahr und rund um die Uhr die Letztverantwortung für die reibungslose Stromversorgung: "Das bedeutet, einer von uns ist immer telefonisch oder über den Betriebsfunk erreichbar."

"Bei Rufbereitschaft in der Nacht liegen das Handy und das Funkgerät griffbereit neben dem Bett und bei Diensten am Wochenende muss ich in der Stadt bleiben und verzichte auf mein Glas Rotwein", sagt Eberhart. Dass er manchmal aufspringen und wegmuss, darauf hat sich seine Familie eingestellt. Allzu oft sei das aber nicht der Fall. Stolz schwingt mit, wenn er sagt, dass Graz bei der Netzsicherheit noch besser liege als im heimischen Schnitt: "Dabei ist Österreich Europaspitze mit 22 Minuten Netzausfall pro Kunden und Jahr."

Feiern mit guter Planung

Kein Fest ohne gute Planung: Stefan Kanitsch und seine Verlobte lenken Linienbusse im Schichtdienst. © Fruhmann, AK

Ein bisserl Zeitstress ist schon dabei, sagt Busfahrer Stefan Kanitsch, aber mit guter Planung wird Weihnachten ein schönes Fest im Kreis der Familie: "Wir starten halt erst um halb acht Uhr, wenn ich und meine Verlobte vom Dienst kommen." Kanitsch und seine Freundin – "Geheiratet wird im Frühjahr!" – lenken Busse bei den Grazer Linien. Sie sind im selben Dienstrad, aber mit gespiegelter Zeiteinteilung: "Das heißt, wenn ich Frühdienst habe, hat sie Spätdienst und umgekehrt."

Die Folge ist, dass mit dieser Schichteinteilung die Betreuung der drei Kinder im Volksschulalter gut organisierbar ist. "Wir beide treffen uns aber nur kurz, trinken einen schnellen Kaffee und dann heißt es Bussi und Baba.2 Gemeinsame Zeit gibt es an den freien Tagen, die nur hin und wieder auf ein Wochenende fallen. Das Schlagwort Halbe-Halbe bei Haushalt und Kinderbetreuung ist für ihn kein Schlagwort, auch wenn seine Freundin eigentlich mehr im Haushalt macht als er: "Ich bewundere sie für ihre Energie." Seinen Dienstgeber lobt Kanitsch für die familienfreundliche Einstellung. Das betreffe nicht nur die Schichteinteilung, sondern auch die Urlaube, die für denselben Zeitraum bewilligt werden.

60.000 Menschen arbeiten

Mehr als elf Prozent der Steirerinnen und Steirer arbeiten regelmäßig an Sonn- und Feiertagen, das sind knapp 60.000 Menschen. 26.000 Beschäftigte gehen regelmäßige über Nacht arbeiten. All diese Menschen sorgen dafür, dass auch nachts, am Wochenende und an Feiertagen die wichtigsten Versorgungs- und Dienstleistungen aufrechterhalten werden.

Wochenendruhe und Wochenruhe

36 Stunden ununterbrochene Ruhezeit pro Woche sind gesetzlich vorgeschrieben. Sollten Sie am Sonntag arbeiten, haben Sie ein Recht auf Wochenruhe.

Gleitzeit

Frei über die eigenen Arbeitszeiten verfügen? Gleitzeit verspricht Flexibilität, sollte aber durch eine schriftliche Vereinbarung abgesichert werden.

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