Betrunkener Arbeiter © H_Ko - stock.adobe.com, AK Stmk
Alkoholkonsum am Arbeitsplatz kann - wie im Fall des Weststeirers - schlimmstenfalls zu einer Entlassung führen. © H_Ko - stock.adobe.com, AK Stmk
4.4.2022

Alkohol am Arbeitsplatz: Fräser verlor fast Abfertigung

Verfehlungen in der Arbeit und eine Gefahr für die Sicherheit – ein jahrzehntelanger Mitarbeiter ertränkte seine Probleme im Alkohol und schuf sich im Job damit ein neues: Er wurde entlassen und musste um seine Abfertigung fürchten.
Über 22 Jahre war ein Weststeirer als Fräser bei einem Maschinen-, Stahl- und Anlagenbaubetrieb beschäftigt. Kolleginnen und Kollegen sowie seine Vorgesetzten sprachen nur in den höchsten Tönen von ihm, er sei ein "hervorragender Arbeiter". Doch in seinem letzten Arbeitsjahr hatte er mit Problemen zu kämpfen – und begann zu trin­ken. Mehrmals tauchte der 55-Jährige stark betrunken auch an seinem Arbeitsplatz auf. Zahlreiche alkoholbe­dingte Verfehlungen waren die Folge, unter anderem hielt er diverse Sicherheitsrichtlinien nicht mehr ein.

Entlassung ausgesprochen

Der Weststeirer war sich seines Alkoholproblems bewusst und kämpfte dagegen an: Er begab sich öfters in stationäre medizinische Behandlung. Dennoch, nach mehrmaligen Verwarnungen sprach der Dienstgeber die – wohl gerechtfertigte – Entlassung aus. Als Folge der Entlassung wurde dem Fräser die gesetzliche Abfertigung nicht ausbezahlt.

Abfertigung teilweise gerettet

"Die an sich gerechtfertigte Entlassung erfolgte unserer Meinung nach ohne Verschulden des Mannes. Er war alkoholkrank. Deshalb haben wir die Abfertigung bei Gericht eingeklagt“, erklärt AK-Arbeitsrechtsexperte Günter Triebel, an den sich der Weststeirer gewandt hatte. Nach zwei Verhandlungen konnte mehr als die Hälfte der gesetzlichen Abfertigung in Höhe von rund 17.700 Euro verglichen werden.

Downloads

Links

Kontakt

Kontakt

05-7799-0

Anfragen bitte via Formular.

Tiefenberatung
Termin für ausführliche Beratung bitte unter 05-7799-3000.

Das könnte Sie auch interessieren

Auf volles Geld fehlten nur Tage

Für die volle Abfertigung von zwölf Monatsentgelten fehlten einem Steirer dreieinhalb Wochen. Er hätte 1.300 Wochen Beschäftigung nachweisen müssen.

33.000 Euro für Hausgehilfin

Jahrelang unter Mindestlohn bezahlt und beinahe um Abfertigung gebracht – eine 54-Jährige bekam mit Hilfe der Kammer recht.

Ein Elektro-Installationstechniker hätte fast seine ihm gebührende Abfertigung Alt verloren.   © industrieblick - stock.adobe.com, AK Stmk

15.000 Euro Abfertigung erkämpft

Nach einem Mitarbeitergespräch rund um eine einvernehmliche Auflösung kam es zu einer unschönen Überraschung für einen Elektro-Installationstechniker.