Zwei Frauen streiten sich am Arbeitsplatz © Jeanette Dietl, stock.adobe.com
Ältere Beschäftigte werden häufig zum Ziel von Mobbingattacken. © Jeanette Dietl, stock.adobe.com

Mobbing: Rausekeln als Strategie

Über 27 Jahre gab es nie Beschwerden über ihre Arbeit, das Arbeitsklima im Pflegeheim stimmte. Doch dann kam eine neue, junge Pflegedienstleiterin und für die 58-Jährige änderte sich der Arbeitsalltag. Plötzlich erhielt sie keine Informationen mehr, wurde nicht gegrüßt, sondern von der Vorgesetzten öffentlich angeschrien. Sie hörte Sätze wie: "Du wirst nicht mehr lange bei uns sein." Die Pflegeassistentin bekam das Gefühl, dass man sie loswerden will, um sich ihre Abfertigung Alt zu sparen.

Ständiger Druck

Aufgrund der psychischen Belastung wurde die 58-Jährige krank. In ihrem Krankenstand übte die Vorgesetzte weiter Druck aus: Täglich gab es Nachfragen, wann sie endlich wiederkomme und was ihr eigentlich fehle.

Professionelle Unterstützung

Die Frau wandte sich an die AK-Mobbingberatung. "Wir hören den Betroffenen zu, bauen sie auf und suchen nach Strategien bzw. Möglichkeiten, wie es weitergehen kann", sagt AK-Expertin Margit Schuß: "Hat man das Gefühl, Opfer von Mobbing zu sein, ist es wichtig, sich rechtzeitig Hilfe, wie bei der AK-Mobbingberatung, zu suchen." Im Fall der Bruckerin gab es am Ende ein von ihr moderiertes Treffen mit dem Betriebsrat.

Neuanfang

Da die Fronten zu verhärtet waren, wurde beschlossen, dass die 58-Jährige an einen anderen Dienstort versetzt wird. Schuß: "Die Frau sieht es als einen Neuanfang. Wichtig war ihr, dass sie nicht um ihre Abfertigung umfällt."

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