Rufbereitschaft

Am Abend im Kino, am Wochenende am See - und trotzdem das Diensthandy aufgedreht, nur für den Fall der Fälle? Wenn Sie für die Firma jederzeit erreichbar sein müssen, aber Ihren Aufenthaltsort selbst wählen können, dann liegt Rufbereitschaft vor. 

Muss ich immer erreichbar sein?

Störungen in der Freizeit sind im Smartphone-Zeitalter leider alltäglich. Doch tatsächlich erreichbar sein müssen Sie nur dann, wenn eine Rufbereitschaft außerhalb der Arbeitszeit vereinbart wurde. Und das ist nicht unbeschränkt möglich: Rufbereitschaft darf nur für maximal zehn Tage pro Monat (bzw laut Kollektivvertrag für maximal 30 Tage innerhalb eines Zeitraumes von drei Monaten) vereinbart werden. Und: Rufbereitschaft darf nur während zwei wöchentlichen Ruhezeiten pro Monat vereinbart werden.

Wie muss Rufbereitschaft bezahlt werden?

Rufbereitschaft gilt nicht als Arbeitszeit. Sie kann daher geringer entlohnt sein. Geld dafür muss es aber auf jeden Fall geben. Wie viel, ist in manchen Kollektivverträgen geregelt. Wenn nicht, ist die Bezahlung Vereinbarungssache. Auf jeden Fall steht Ihnen ein "ortsübliches Entgelt" zu. Halten Sie die vereinbarte Höhe der Bezahlung unbedingt schriftlich fest!

Sobald Sie während der Rufbereitschaft einen Arbeitseinsatz haben, ist dies Arbeitszeit, die mit Normal-, Mehr- bzw. Überstundenlohn bezahlt werden muss. 


AK Rechtsfall: Bestatter nur nach Todesfall bezahlt

Ein Fall aus unserer Rechtsberatung: Zwei Brüder arbeiteten für ein Bestattungsunternehmen. Nach Dienstschluss mussten sie sich abends und nachts für einen Bestatter verfügbar halten. Starb jemand und musste abgeholt werden, gab es magere 25 Euro. Sonst nichts, obwohl sie sich immer bereithalten mussten. So kamen 2.503 Stunden unbezahlte Rufbereitschaft zusammen. Wir haben erfolgreich dagegen geklagt und ein paar tausend Euro für die beiden herausgeholt.

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