05.07.2021

Innendienstlerin mit "billigerem" KV entlohnt

Immer wieder kommt es quer durch alle Branchen zu Streitigkeiten rund um das Thema Kollektivverträge (KV). Sei es, weil unter Kollektiv bezahlt wird, es gar keinen KV gibt oder, wie im folgenden Fall, der falsche KV angewandt wird.

"Günstigerer" KV für Firma

Ein Versicherungsunternehmen entlohnte seine Leiterin des internen Vertriebs nach dem KV für Angestellte des Außendienstes. Die Grazerin war aber hauptsächlich mit der Führung des Außendienstpersonals in der Steiermark, also typischen Tätigkeiten des Innendienstes, betraut. Akquisitorische oder verkaufsorganisatorische Tätigkeiten im Werbeaußendienst gehörten nicht zu ihren überwiegenden Arbeiten. Da sich das Unternehmen nicht einsichtig zeigte, klagte die AK auf Anwendung des KV für Angestellte des Innendienstes. AK-Jurist Michael Kohler: "Vor Gericht machten wir Gehalts-, Sonderzahlungs- und Urlaubsersatzleistungsdifferenzen aufgrund der kollektivvertraglichen Unterentlohnung sowie Mehrarbeit aufgrund der reduzierten kollektivvertraglichen Normalarbeitszeit von 38,5 Stunden im Bereich des Innendienstes für ihre neunmonatige Beschäftigungsdauer geltend."

18.250 Euro erstritten

Das Gericht gab der Klägerin recht und das Versicherungsunternehmen musste der 33-Jährigen rund 18.250 Euro nachzahlen.

Downloads

Links

Kontakt

Kontakt

05-7799-0

Anfragen bitte via Formular.

Tiefenberatung
Termin für ausführliche Beratung bitte unter 05-7799-3000.

Das könnte Sie auch interessieren

Für Jobwechsel sollte Grazerin hohe Strafe zahlen

Eine Angestellte wechselte aufgrund des Betriebsklimas zur Konkurrenz. Das war laut Arbeitsvertrag verboten, sie sollte 40.000 Euro Strafe zahlen.

AK-Jurist Stefan Schmelzer (rechts) holte für einen Leiharbeiter 20.000 Euro. © Temel, AK Stmk

20.000 Euro für Leiharbeiter

Leiharbeit ist in der Höhe des Niveaus im Beschäftigerbetrieb zu zahlen. Ein nach Deutschland entsandter Steirer bekam daher 20.000 Euro nachgezahlt.

Verfall und Verjährung im Arbeitsrecht

Arbeitsrechtliche Ansprüche können nicht bis in alle Ewigkeit geltend gemacht werden. Gesetz, Kollektiv- oder Dienstvertrag setzen bestimmte Grenzen.