Unternehmer kündigte Mitarbeiter per WhatsApp
Ein Bauunternehmer teilte seinem Angestellten lapidar per Textnachricht mit, dass er sich beim AMS anmelden solle. Die AK schritt erfolgreich ein.
Seit rund 30 Jahren war ein Grazer als Nachschubfahrer im Unternehmen beschäftigt, als er eines Tages mit seinem direkten Vorgesetzten wegen seiner Arbeit in Streit geriet. Ab diesem Zeitpunkt hatte der 53-Jährige das Gefühl, dass der Vorgesetzte mit Nachdruck auf seine Versetzung hinarbeitet. Tatsächlich wurde der Kraftfahrer rund ein Jahr später von ihm aufgefordert, sich für eine andere Position zu bewerben. Ein Gespräch mit dem Vorgesetzten, dem Personalchef und dem Betriebsrat erhärtete für den Fahrer und den Personalvertreter nur den Eindruck, dass es sich um Mobbing handelt: Erneut wurde er aufgefordert, sich um eine andere Stelle in der Firma zu bewerben.
Kurze Zeit darauf wurde er vom Dienst freigestellt. Zu dem Zeitpunkt war der 53-Jährige bereits psychisch massiv belastet und wurde krankgeschrieben. Rund zwei Monate nach dem Gespräch erfolgte schließlich die Kündigung, weil er sich weigerte, Bewerbungen für andere Positionen abzugeben und auch einer einvernehmlichen Auflösung nicht zustimmte.
"Wir haben die Kündigung wegen der langen Betriebszugehörigkeit und unserer Meinung, dass sie sozialwidrig war, angefochten", schildert AK-Arbeitsrechtsexperte Stefan Hinteregger. Was folgte, waren etwa eineinhalb Jahre an Verfahrensdauer rund um die Frage, ob die Kündigung rechtswirksam erfolgte und Gründe vorliegen, weshalb es dem Dienstgeber nicht zumutbar ist, den Dienstnehmer im Unternehmen weiter zu beschäftigen. "Aus Mangel an Gründen wurde der Kündigung nicht stattgegeben. Der Arbeitnehmer ist wieder im Betrieb als Kraftfahrer beschäftigt", so Hinteregger zum erfreulichen Ausgang des Verfahrens.
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