27.10.2017
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Statt 48 rund 180 Stunden pro Monat gearbeitet

Fahrverkäufer sitzt hinter dem Lenkrad.  © Jean-Philippe, Fotolia

Eigentlich war der Steirer bei der Bäckerei geringfügig als Fahrverkäufer für elf Stunden pro Woche angemeldet. In Wirklichkeit kam er in dem halben Jahr, das er dort beschäftigt war, im Durchschnitt zusätzlich auf 130 Mehr- und Überstunden pro Monat. Zudem wurde er unter dem Kollektivvertrag bezahlt, erhielt weder die darin vorgesehenen Zulagen noch Weihnachts- oder Urlaubsgeld. Als er dann im Krankenstand war, kündigte ihn der Arbeitgeber, weil er zuvor seine Ansprüche geltend gemacht hat. Das Ganze gipfelte schließlich darin, dass ihn der Bäckerei-Chef wegen Veruntreuung anzeigte. Von diesem Vorwurf wurde er inzwischen freigesprochen.

14.000 Euro 

Der Mann ließ sich nicht einschüchtern und wandte sich an die AK. Diese erstritt bisher 8.500 Euro vor Gericht für ihn. "Um 4.500 Euro kämpfen wir noch", so AK-Arbeitsrechtsexperte Stefan Hinteregger. Aufgrund der bisherigen Verfahrensdauer von sechs Monaten werden zusätzlich noch rund 1.000 Euro an Zinsen dazukommen. "Ratsam ist, sich bei Arbeitsantritt den Dienstzettel oder -vertrag aushändigen und bei uns prüfen zu lassen", so der Experte.

Wenn Stunden nicht ausgezahlt werden, bitte sofort zu uns kommen, das hierfür zustehende Entgelt kann unter Umständen verfallen.

 

Verfahren nach zehn Jahren gewonnen

Die AK-Außenstelle Liezen hat keine Kosten und Mühen gescheut, um die Ansprüche zweier Dienstnehmer durchzusetzen.

34.000 Euro nach Kündigung

Es ist möglich, eine Kündigung anzufechten, wenn sie "sozialwidrig" ist. Also wenn es schwierig sein wird, einen gleichen Job zu finden.

Mit dem Chef verhandeln

Mehr Geld oder eine neue Po­si­ti­on: Vor­be­rei­tung ist der halbe Erfolg.

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