Lokalbetreiber im Gespräch mit Kellnerin. © pressmaster - stock.adobe.com, AK Stmk
Lokalbetreiber im Gespräch mit Kellnerin. © pressmaster - stock.adobe.com, AK Stmk
12.12.2017

Unwissenheit schützt vor Strafe nicht

Einen Monat nachdem sie ihrem Chef mitgeteilt hatte, dass sie schwanger ist, erhielt die Küchenhilfe die Kündigung. Der Wirt teilte ihr mit, dass er in zwei Wochen seinen Gastrobetrieb schließt. Die AK-Außenstelle Liezen wurde für die 26-Jährige tätig und wies den Chef darauf hin, dass aufgrund der Schwangerschaft Kündigungsschutz besteht und er das Arbeitsverhältnis rechtsunwirksam beendet hat. Darüber hinaus war der Gastrobetrieb gar nicht geschlossen worden: eine neue Pächterin übernahm. "Es lag somit ein Betriebsübergang vor. Allein schon deswegen war die Beendigung nicht rechtens", so Außenstellenleiterin Petra Kupfner.

Außergerichtliche Einigung

Die AK Liezen forderte für die Mitarbeiterin sowohl bei ihrem  ehemaligen Chef als auch bei der neuen Pächterin den restlichen Lohn und eine Kündigungsentschädigung aufgrund der nicht ordnungsgemäßen Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Man einigte sich außergerichtlich auf 3.650 Euro. Kupfner: "Die beiden wussten zwar nicht, dass eine im Zusammenhang mit einem Betriebsübergang ausgesprochene Kündigung rechtsunwirksam ist, aber Unkenntnis schützt nicht."

Das könnte Sie auch interessieren

Mann tippt auf Smartphone. © Graf-Putz, AK Stmk

Lkw-Fahrer beleidigte Vorgesetzten auf Facebook

Aufgrund des öffentlichen, wenig schmeichelhaften Postings wurde der Mitarbeiter wegen grober Ehrenbeleidigung entlassen - zu Recht, so der OLG.

Mechaniker kniet vor Lamborghini. © SOUTH WEST NEWS SERVICE LTD / Action Press / picturedesk.com, AK Stmk

Rennstall-Chef klagte Mechaniker auf 64.400 Euro

Der 30-Jährige sollte Schadenersatz zahlen, da ein Lamborghini bei einem Rennen einen Totalschaden einfuhr. Dank der AK wurde die Klage abgewiesen.

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist kein Kavaliersdelikt und wird bestraft. © andriano_cz/adobestock, AK Stmk

Geh Mauserl, stell dich nicht so an

Die AK Steiermark verzeichnet in den vergangenen Wochen einen Anstieg bei Beschwerden wegen sexueller Belästigung am Arbeitsplatz.