17.5.2018
Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen

Entlassung nicht rechtens: 100.000 Euro für Techniker

Mann sitzt vor Laptop und schaut auf Handy © Spectral Design, AdobeStock

Sechs Jahre war der technische Angestellte im Unternehmen beschäftigt, als er aus heiterem Himmel eine SMS bekam, in der ihm sein Chef die Entlassung mitteilte. Abgesehen davon, dass dieses Vorgehen von wenig sozialer Kompetenz zeugt, gehörte der 54-Jährige seit drei Jahren dem Kreis der begünstigt Behinderten an. In diesem Fall muss bei einer beabsichtigten Kündigung zuvor vom Dienstgeber ein Antrag beim Sozialministeriumservice auf Zustimmung zur Kündigung dieses Arbeitnehmers gestellt werden. "Das wollte sich der Dienstgeber anscheinend ersparen", sagt AK-Arbeitsrechtsexpertin Martina Schöngrundner: "Wir haben die Entlassung bekämpft, zumal diese auch völlig ungerechtfertigt erfolgte." Das Gericht gab der AK recht, das Dienstverhältnis wurde als nach wie vor aufrecht anerkannt.

Kein Gehalt mehr

Der Dienstgeber zeigte sich davon aber unbeeindruckt und zahlte dem Steirer ab dem Ausspruch der Entlassung keinerlei Entgelte mehr aus. Gleichzeitig stellte er den für eine Kündigung des Dienstverhältnisses notwendigen Antrag auf Zustimmung zur beabsichtigten Kündigung.

Große Abneigung

Die AK schritt wieder ein: Einmal, um die bereits ausstehenden und noch offenen Entgelte einzuklagen, und einmal, um die Interessen des Arbeitnehmers im Kündigungsverfahren beim Sozialministeriumservice zu vertreten – beides mit Erfolg.
Hintergrund dieser gesamten arbeitsrechtlichen Angelegenheit war eine "persönliche Abneigung" des Geschäftsführers gegenüber dem 54-Jährigen. "Er wollte diesen einfach so schnell wie möglich loswerden und versuchte dies mit allen denkbaren Mitteln", schildert Schöngrundner.

100.000 Euro

In Summe konnte für den Angestellten insgesamt ein Betrag in Höhe von 100.000 Euro netto an offenen Entgeltansprüchen und einem zusätzlichen Vergleichsbetrag für seine Zustimmung zur einvernehmlichen Auflösung des Dienstverhältnisses erstritten werden. Der Arbeitnehmer hatte erkannt, wie zerrüttet inzwischen das Verhältnis zwischen ihm und dem Geschäftsführer war.

Junge Mutter sollte Ausbildung zahlen

Eine Krankenschwester bekam ein Baby und beendete deshalb ihren Job. Die Ausbildungskosten musste sie aber nicht zahlen, weil die AK einschritt.

Mit einem Viertel des Entgelts heimgeschickt

Mit verspäteter Anmeldung und behauptetem Probemonat sollte ein Akademiker von einer Baufirma nach getaner Arbeit billig hinausgeworfen werden.

Neues Geschlecht, kränkender Arbeitsalltag

Ein junger Steirer will künftig eine Frau sein – sein Lehrherr akzeptiert die Entscheidung nicht, tägliche sexuelle Diskriminierung ist die Folge.

TeilenZu Merkzettel hinzufügen

Facebook-Funktion aktivieren

Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen
Zum Seitenanfang
Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.
Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen dazu sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen.
OK