3.10.2017

Verfahren nach zehn Jahren gewonnen

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Im Herbst 2007 wandten sich zwei Arbeitnehmer einer tschechischen Personalbereitstellungsfirma für Lkw-Fahrer an die AK: Die Firma mit Sitz in Innsbruck schuldete ihnen den Lohn für zwei Monate. Die offenen Forderungen wurden von der Außenstelle Liezen bei der Firma interveniert und dann beim zuständigen Arbeits- und Sozialgericht Leoben eingeklagt. Da der Innsbrucker Firmensitz in der Zwischenzeit aufgelöst worden war, konnten die Klagen in Österreich nicht zugestellt werden. Sämtliche Dokumente mussten daraufhin ins Tschechische übersetzt werden, damit sie an den tschechischen Firmensitz zugestellt werden konnten. Am Verhandlungstermin nahm der Chef nicht teil, ein Versäumungsurteil wurde erlassen.

Langwieriges Verfahren hat sich gelohnt

Die AK beauftragte daraufhin einen Vertragsanwalt: Wieder mussten sämtliche Schriftstücke ins Tschechische übersetzt werden, ein tschechischer Anwalt wurde mit der Durchführung der Exekutionsverfahren beauftragt. Dabei stellte sich heraus, dass der Dienstgeber kein Vermögen hatte. Ein Antrag auf Eröffnung des Konkursverfahrens über das Vermögen des Arbeitgebers musste in Tschechien gestellt werden. Dieses wurde schließlich im Oktober 2016 eröffnet und die beiden Lkw-Fahrer konnten ihre Ansprüche anmelden. Schlussendlich haben die Dienstnehmer im Juni 2017 – nach zehn (!) Jahren – ihre ausstehenden Löhne samt Zinsen in Höhe von 2.900 bzw. 5.100 Euro erhalten. "Manchmal ist halt Durchhaltevermögen gefragt unter dem Motto ‚Aufgeben tut man einen Brief‘", verweist AK-Außenstellenleiterin Petra Kupfner auf die Ausdauer und konsequente Vorgehensweise ihres Teams.

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