Energy-Drinks im Marktcheck
Die AK Marktforschung hat 38 Energy-Drinks (regulär, „healthy“ sowie in Tabletten- und Pulverform) getestet. Zusammenfassend zeigt sich, dass sich Energy-Produkte in ihrer stimulierenden Wirkung nur geringfügig unterscheiden, während Marketingstrategien, Preisniveau und Produktpositionierung deutlich variieren. Für Konsumentinnen und Konsumenten ist daher eine informierte Kaufentscheidung zentral, um potenzielle gesundheitliche Risiken zu reduzieren.
Für diese Untersuchung wurden insgesamt 38 Energy-Produkte aus dem österreichischen Handel unter die Lupe genommen und miteinander verglichen. Analysiert wurden klassische Energy-Drinks, „Healthy Energy“-Getränke sowie Energy Tabletten und Energy-Pulver. Neben klassischen Energy-Drinks, die mit Zucker oder Süßungsmitteln gesüßt sind, finden sich im Handel zunehmend auch „Healthy Energy“-Drinks. Diese setzen auf pflanzliche Koffeinquellen und enthalten häufig natürliche Zutaten oder weniger Zucker. Sie positionieren sich als alternative Produktkategorie zu klassischen Energy-Drinks und enthalten oftmals zusätzliche Inhaltsstoffe wie Vitamine, Pflanzenextrakte oder andere funktionelle Zusätze.
Ähnlicher Koffeingehalt
Klassische oder zuckerfreie Varianten bzw. hochkonzentrierte Produkte in Pulver- und Tablettenform sollen für die notwendige „Energie“ in erster Linie durch Koffein und in zweiter durch Zucker sorgen. Bei den meisten klassischen Produkten liegt der Koffeingehalt bei rund 32 mg pro 100 ml und bis zu 9 Stück Würfelzucker bei einer 250 ml Dose. Healthy Energy Drinks werben mit „natürlichen“ Zutaten oder reduziertem Zuckergehalt, enthalten jedoch ebenfalls relevante Mengen an Koffein.
Große Preisunterschiede
Signifikante Unterschiede zeigten sich im Preis – hier auf 100 ml bezogen, um den unterschiedlichen Produktgrößen Rechnung zu tragen – der für den klassischen Energy Drink ebenso für die Zero Variante zwischen 0,20 und 0,65 Euro je 100 ml liegt. Healthy Energy Drinks sind teurer und werden zwischen 0,30 und 0,75 Euro je 100 ml angeboten.
Das Energy-Drinks besonders in Österreich beliebt sind, zeigt der Pro-Kopf-Konsum, der bei 12,2 Liter liegt. Damit ist Österreich mit Norwegen Spitzenreiter; unsere deutschen Nachbarn liegen bei 7,7 Liter. Weiters wird für dieses Marktsegment ein stetes Wachstum prognostiziert - dahingehend, dass mehr Menschen – derzeit sind es rd. 14% - und sie noch mehr davon zu sich nehmen. So konsumieren derzeit 8 % der Mädchen und Burschen zwischen der 10 und 14 Jahren mindestens einmal täglich einen Energy-Drink.
Gesundheitliche Sicht
Die Kritiken an den Energy Drinks gelten aus gesundheitlicher Sicht den unerwünschten Nebeneffekten wie Schlafstörungen, Nervosität, Herzrasen oder Kreislaufbeschwerden und Übergewicht. Vereinfacht kann die Wirkung eines Energy Drinks mit einem Espresso mit 5 Stück Würfelzucker verglichen werden. Auch die Kombination Energy-Drink mit Alkohol ist kritisch zu sehen, da damit Ermüdungserscheinungen überdeckt und die Risikobereitschaft erhöht wird. Daher gibt es auf den Produkten Warnhinweise.
In Österreich gelten derzeit die vertiefende Kennzeichnungsverpflichtung bei höherem Koffeingehalt und für vulnerable Gruppen (Schwangere, Kinder, etc.) und eine Beschränkung der Höchstmengen an Koffein – um zu warnen und Konsument:innen die Entscheidung zu überlassen, wieviel sie konsumieren. Andere Europäische Länder – wie Lettland, Litauen, Polen, Rumänien haben ein Verkaufsverbot an Minderjährige unter 16-18 Jahren und in Bildungseinrichtungen erlassen. Freiwillige Beschränkungen beim Marketing das an Jugendliche gerichtet ist, gibt es in Estland und Litauen. In Deutschland und Ungarn wird über Abgabebeschränkungen diskutiert. Beschränkungen dienen der Gesundheitsvorsorge, besonders bei Kindern und Jugendlichen.
Worauf ist zu achten?
Aus Konsument:innensicht gilt es auf den
- Koffeingehalt pro Portion zu achten, insbesondere bei großen Gebinden oder konzentrierten Produkten und
- Begriffe wie „healthy“, „natürlich“ oder „pflanzlich“ kritisch zu hinterfragen, da sie wenig über die tatsächliche Wirkung aussagen.
- Energy-Produkte nur maßvoll und nicht regelmäßig konsumieren.
- Energy-Drinks nicht mit Alkohol kombinieren.
- Kinder, Jugendliche, Schwangere, Stillende und koffeinempfindliche Personen sollten Energy-Produkte möglichst meiden.
- Beim Preisvergleich den Preis pro 100 ml berücksichtigen, da höhere Preise nicht automatisch geringere gesundheitliche Risiken bedeuten.
Fazit:
Energy-Produkte unterscheiden sich in ihrer stimulierenden Wirkung nur geringfügig, während Marketingstrategien, Preisniveau und Produktpositionierung deutlich variieren. Für Konsument:innen ist daher eine informierte Kaufentscheidung auf Grundlage klarer Kennzeichnung und eines bewussten Umgangs mit dem eigenen Koffeinkonsum zentral, um potenzielle gesundheitliche Risiken zu reduzieren.
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