Streamingboom mit Kostenexplosion
Die Marktforschung der AK hat eine Studie beauftragt, die die Preissteigerungen der Streaminganbieter unter die Lupe nimmt.
Alte Kleidung – manchmal schnell weggeworfen, dabei steckt so viel mehr dahinter. In der Steiermark hat die Altkleidersammlung viele Gesichter: große Firmen, kleine Sozialbetriebe, Flohmärkte und Secondhand-Shops sind daran beteiligt. Die besten Stücke werden im Internet verkauft.
„Ich bin gegen Mode, die vergänglich ist. Ich kann nicht akzeptieren, dass man Kleider wegwirft, nur weil Frühling ist“, sagte einst Coco Chanel, die Gründerin des Modekonzerns. Doch die Tragedauer hat in den 100 Jahren seither noch weiter abgenommen, die weggeworfene Kleidungsmenge ist stark gewachsen. Wie sich die Situation der Textilverwertung in der Steiermark zwischen Fast Fashion und Vintage-Boom darstellt, zeigt eine im Auftrag der AK-Marktforschung erstellte Studie.
Die großen Mengen an Altkleidern werden mittels Einwurf-Containern gesammelt. Im gewerblichen Bereich stehen hier die großen Firmen TEXAID und FCC in Konkurrenz zueinander: Mal will eine Firma mehr Marktanteile, mal werden bessere Preise an Verbände gezahlt, um neue Verträge zu bekommen. Als großer gemeinnütziger Sammler steht hier auch die Caritas im Wettbewerb.
Aber nicht immer muss Konkurrenz hart sein. Oft helfen sich verschiedene Betriebe und Vereine auch gegenseitig, um gemeinsam nachhaltiger zu wirtschaften – denn am Ende geht es auch um Umweltschutz und die Schonung von Ressourcen.
Nicht alle Altkleider landen im Container. Im privaten Umfeld, auf Flohmärkten, in Kostnix-Läden oder digitalen Marktplätzen wie „willhaben“ werden Kleidung und Accessoires günstig angeboten, getauscht oder verschenkt. Hier zählt nicht der große Gewinn, sondern oft auch die Freude am Geben und das soziale Miteinander.
Die Qualität der gesammelten Kleidung wird immer wichtiger. Durch die „Fast Fashion“ gibt es heute große Mengen günstiger Mode – aber weniger hochwertige Stücke. Gute Ware ist gefragt und manchmal schwer zu bekommen. Das betrifft vor allem Sozialbetriebe und Secondhand-Shops. Kooperation gibt es zum Beispiel, wenn die Caritas mit regionalen Partnern sammelt oder Secondhand-Shops auf Flohmärkten einkaufen. Auch neue Formen des Miteinanders entstehen: Shops in unmittelbarer Nähe sehen sich oft nicht als Konkurrenz, sondern profitieren voneinander. Allein rund um den Grazer Jakominiplatz gibt es acht Geschäfte mit recht unterschiedlichem Angebot.
Und wie geht es weiter? Seit 2025 gibt es EU-weit neue Regeln: Alte Textilien müssen noch besser getrennt gesammelt und wiederverwertet werden. Damit das klappt, braucht es gute Organisation, neue Ideen – und das Engagement aller. Denn die lokale Wiederverwendung von Kleidung trägt am meisten zum Umweltschutz bei. Altkleidersammlung ist also viel mehr als nur ausmisten – es verbindet Menschen, schont Ressourcen und eröffnet neue Wege für nachhaltigen Konsum in der Steiermark.
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