Bohnen- und Linsen-Produkte im AK-Test
Die AK hat 91 Bohnen- und Linsenprodukte getestet. Untersucht wurden unter anderem die Kennzeichnung der Herkunft und die Preise.
Kapseln für Zellschutz, Pulver für mehr Energie, Präparate fürs gesunde Altern: Nahrungsergänzungsmittel (NEM) sind leicht erhältlich und versprechen viel. Doch brauchen wir sie überhaupt? Gesunde Erwachsene, die sich abwechslungsreich ernähren, können laut Experten ihren Nährstoffbedarf in der Regel über Lebensmittel decken. "Trotz ihres Aussehens sind sie keine Heilmittel und können auch ohne vorherige Überprüfung und Zulassung einfach auf den Markt gebracht werden", erklärt Arjana Shabanhaxhaj von der AK-Marktforschung.
In bestimmten Situationen kann eine Ergänzung aber sinnvoll sein. Ob ein Präparat nötig ist und in welcher Menge ergänzt werden muss, sollte jedoch individuell durch Ärzt:innen, Diätolog:innen oder Ernährungswissenschafter:innen abgeklärt werden.
Vor allem in Kombination mit dem "Longevity"-Trend sind die Versprechen der Nahrungsergänzungsmittel groß. Wie umfangreich das Angebot hier mittlerweile ist, zeigt eine AK-Studie zum österreichischen Online-Handel. Sie hat von Juni bis August 2026 insgesamt 60 Produkte von 18 Anbieter:innen untersucht. "Longevity" ist dabei keine klar definierte Produktkategorie: Verkauft wird auch mit Begriffen wie "Healthy Aging", Zellschutz, Zellgesundheit oder Zellregeneration. 55 der untersuchten Produkte waren Kapseln. 40 Prozent enthielten einen relevanten Hauptinhaltsstoff, 60 Prozent waren Kombinationspräparate. Am häufigsten kam Spermidin vor: in 18 Produkten. Es folgten Resveratrol mit 16, Coenzym Q10 mit 14 und Quercetin mit 13 Produkten. Die Kosten pro empfohlener Tagesdosis lagen zwischen 24 Cent und 5,97 Euro, im Schnitt bei 1,60 Euro. Der Preis sagt laut Studie allerdings nicht verlässlich aus, wie viele Inhaltsstoffe enthalten sind oder wie komplex die Rezeptur ist.
Die Produktbeschreibungen werben mit Zellenergie, Zellreinigung und "gesundem Altern", teilweise auch mit weitreichenden Aussagen, etwa zur Verlangsamung oder Umkehr des Alterungsprozesses. Die Studie hat diese Werbeaussagen dokumentiert, aber weder ihre medizinische Wirksamkeit noch ihre Rechtmäßigkeit geprüft. Konkrete Hinweise auf Studien zum jeweiligen Produkt fehlten bei 51 der 60 Produkte. Sieben wurden als "klinisch getestet" beworben. "Diese Angabe allein zeigt jedoch nicht, ob das fertige Produkt oder einzelne Inhaltsstoffe untersucht wurden und welche Ergebnisse es gab. Für Konsumentinnen und Konsumenten heißt das: Werbeaussagen sind nicht dasselbe wie ein Nachweis, dass ein Präparat wirkt", so Studienautorin Anna Petritsch. Bei Nahrungsergänzungsmitteln gilt deshalb: erst den eigenen Bedarf klären, dann gezielt auswählen – und bei Unsicherheit fachlichen Rat einholen.
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