Cornelia Maas (l.) und Tamara Marzi vom Verein Auxilium, der die Praktika organisiert. © Deckan, AK Stmk
Cornelia Maas (l.) und Tamara Marzi vom Verein Auxilium, der die Praktika organisiert. © Deckan, AK Stmk

Erasmus+ für Lehrlinge: "Fünf Zentimeter größer zurück"

Lehrlinge können mit dem "Erasmus+"-Förderprogramm der Europäischen Union ein mehrwöchiges Praktikum im Ausland machen. Sie verbessern dadurch nicht nur ihre Fremdsprachenkenntnisse, sondern sammeln auch zusätzliche Berufserfahrung.

Für eine Dauer von drei bis vier Wochen haben steirische Lehrlinge im Zuge des "Erasmus+"- Programms die Möglichkeit, in einem Betrieb im Ausland mitzuarbeiten. Als Praktikumsländer stehen Irland oder Malta zur Auswahl. "Erasmus+ ist für Lehrlinge neben der beruflichen Praxis auch eine tolle Möglichkeit, um interkulturelle Kompetenzen zu erwerben", so Alexandra Hörmann, Leiterin der AK-Bildungsabteilung: "Internationale Kontakte und Erfahrungen sind außerdem in jedem Lebenslauf ein großer Pluspunkt."

Was sind die Voraussetzungen?

Grundsätzlich können sich Burschen und Mädchen ab dem dritten Lehrjahr bewerben. "Das Mindestalter beträgt 16 Jahre, volljährige Lehrlinge werden aber aufgrund der Jugendschutzbestimmungen bevorzugt", erklären Cornelia Maas und Tamara Marzi vom Verein Auxilium, der die Praktika organisiert.
Der Lehrberuf sollte sich einem der folgenden Bereiche zuordnen lassen: Fertigungstechnologie, Handel, öffentliche Verwaltung oder Tourismus. In der Vergangenheit haben Lehrlinge aus steirischen Unternehmen wie Magna, Jugend am Werk oder dem LKH-Univ. Klinikum am Programm teilgenommen

Vom Praktikum bis zur Bleibe

Die Planung rund um das Praktikum übernimmt der Grazer Verein Auxilium. "Wir organisieren den Praktikumsplatz sowie die Unterkunft – zu zweit in einer irischen Gastfamilie oder einem gemeinsamen Apartment auf Malta", so Maas. Pro Termin werden sechs Lehrlinge ins jeweilige Land geschickt. Ebenso kümmert sich der Verein um die Flüge und den Transport vor Ort.

Kostengünstige Chance

Das Förderprogramm Erasmus+ trägt rund 75 Prozent der Gesamtkosten. Zusätzlich unterstützt die AK Steiermark die teilnehmenden Lehrlinge mit bis zu 300 Euro. Je nach Praktikumsland, Aufenthaltsdauer, Flugkosten etc. variiert laut Maas der Selbstbehalt für die Lehrlinge und beträgt zwischen 150 und 250 Euro. "Sehr oft übernehmen die Lehrbetriebe diesen Selbstbehalt, da sie das Auslandspraktikum als tolle Investition in ihre Lehrlinge sehen", sagt Marzi. Die Anmeldungen für die Auslandspraktika steigen jährlich, das Feedback sei durchwegs positiv. "Das meiste tut sich auf persönlicher Ebene: Sie kommen alle fünf Zentimeter größer zurück", resümiert Maas.

Persönliche Erfahrungen

Lisa Marie Schlegl (16), Lehre zur Verwaltungsassistentin am LKH Graz © privat, AK Stmk
Lisa Marie Schlegl (16), Lehre zur Verwaltungsassistentin am LKH Graz © privat, AK Stmk



"Es war eine aufregende Erfahrung, nicht nur auf Urlaub zu sein, sondern wirklich im Ausland zu wohnen und zu arbeiten. Im Betrieb durfte ich total viel machen und wurde sofort ins Team und die Arbeit eingebunden. Ich würde es auf jeden Fall noch einmal machen und es jedem empfehlen, der die Möglichkeit dazu hat."





Jakob Sima (18), überbetriebliche Lehre zum Einzelhandelskaufmann bei Jugend am Werk © privat, AK Stmk
Jakob Sima (18), überbetriebliche Lehre zum Einzelhandelskaufmann bei Jugend am Werk © privat, AK Stmk




"Für mich war es sehr aufregend und interessant, in einem Betrieb im Ausland mitzuarbeiten. Besonders gefallen hat mir, dass ich während meines Praktikums andere Arbeitsweisen kennengelernt und mit freundlichen Kollegen zusammengearbeitet habe. Diese Zeit hat auf jeden Fall auch die Reiselust in mir geweckt."





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