Fach­kräft­e-­Stipendium

Wer als Erwachsener eine Fachkräfte-Ausbildung machen will, stand bis 2013 vor hohen finanziellen Hürden. Während es für ein Studium an einer Universität schon lange ein Stipendium gibt, gab es keines für Erwachsene, die eine Ausbildung wie z.B. Krankenpflege machen wollten. Im Juli 2013 wurde dann endlich die Forderung der AK erfüllt und ein „Fachkräftestipendium“ (FKS) für sogenannte „Mangelberufe“ eingeführt. 

Dieses Stipendium war ab 2014 so stark beansprucht, dass das AMS (Arbeitsmarktservice) aus budgetären Gründen schon mit 2015 die Typen der geförderten Ausbildungen reduzierte. Der Andrang blieb allerdings weiterhin hoch, sodass das AMS ab 2016 keine Neuanträge auf ein FKS mehr entgegennahm. Damit war das Stipendium de facto eingestellt.

AK Erfolg: Fachkräfte-Stipendium wird weitergeführt

Wir konnten uns jedoch erfolgreich für die Weiterführung des Fachkräftestipendiums einsetzen. Seit 1.1.2017 war es wieder möglich, das Stipendium zu beantragen. Und ab 2019 gibt es wieder eine Verlängerung! Damit ist gesichert, dass es ein Stipendium gibt, um den Lebensunterhalt in einer Phase der beruflichen Neuorientierung zu sichern.

Tipp

Mit dem Fachkräftestipendium werden Ausbildungen gefördert, die frühestens am 1.1.2017 und spätestens am 31.12.2020 begonnen werden. Damit kann ein Fachkräftestipendium theoretisch bis Ende 2023 bezogen werden.

Wer bekommt das Fach­kräfte-­Stipendium?

  • ArbeitnehmerInnen, die für die Dauer der Ausbildung karenziert sind
  • Arbeitslose
  • ehemalige Selbstständige, wenn die Tätigkeit ruht

Achtung

Das Fachkräftestipendium können Sie nur bekommen, wenn Ihr höchster Bildungsabschluss unter dem FH-Niveau liegt. Haben Sie bereits ein Studium absolviert (Uni, FH, Pädagogische Hochschule), besteht keine Möglichkeit auf ein Fachkräftestipendium.

Was sind die Voraussetzungen für ein Fachkräftestipendium? 

Wenn Sie ein Fachkräftestipendium in Anspruch nehmen möchten, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Sie müssen 4 Jahre lang (208 Wochen) einer arbeitslosenversicherungspflichtigen Beschäftigung innerhalb der letzten 15 Jahre nachgegangen sein (Lehrjahre werden berücksichtigt).
  • Ihre Qualifikation muss unter FH-Niveau liegen.
  • Sie müssen die Aufnahmevoraussetzungen der jeweiligen Bildungseinrichtung erfüllen.   
  • Sie müssen eine Ausbildung mit einer Dauer von mindestens drei Monaten und im Umfang von durchschnittlich 20 Stunden pro Woche absolvieren.
  • Ihr Wohnsitz muss in Österreich liegen.
  • Beratung und Antrag beim Arbeitsmarktservice

Wie hoch ist das Stipendium? Wie lange be­komme ich es? 

Wenn Sie das Fachkräftestipendium vom Arbeitsmarktservice bekommen, besteht für maximal 3 Jahre Anspruch auf ein Stipendium von mindestens 933,06 Euro (bei einem Monat von 30 Tagen). Davon wird ein Krank­en­ver­sicher­ungs­bei­trag abgezogen. Liegt der Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe darüber, wird der höhere Betrag ausbezahlt.

Wie bin ich versichert? 

Wenn Sie ein Fachkräftestipendium beziehen, sind Sie kranken-, unfall- und pensionsversichert.

Unterbrechungen und Zuverdienst?

Ausbildungsfreie Zeiten (Ferien, Zeiten der Prüfungsvorbereitung) unter­brechen den Bezug des Fachkräftestipendiums nur dann, wenn sie mehr als drei Monate pro Kalenderjahr umfassen.

Darf ich zum Fachkräftestipendium da­zu­ver­dien­en?

  • Sie können zum Fachkräftestipendium bis zur Geringfügigkeitsgrenze da­zu­ver­dienen. Diese liegt 2019 bei 446,81 Euro monatlich. 

  • Übersteigt das Ein­kommen die Geringfügigkeitsgrenze, dann wird für diesen Be­schäftig­ungs­zeit­raum der Bezug des Fachkräftestipendiums unterbrochen. Diese Zeit der Unter­brechung kann im Bedarfsfall hinten „angehängt“ werden. 

  • Das Taschengeld, das die Schulen der Gesundheits- und Krankenpflege während der Ausbildung auszahlen, kann parallel zum Fachkräftestipendium bezogen werden.“  

Welche Ausbildungen werden gefördert, welche nicht?

Mit dem Fachkräftestipendium werden Ausbildungen in sogenannten "Mangelberufen" gefördert, und zwar aus den folgenden Bereichen:

  • Bereich Technik (MINT): Das Fachkräftestipendium fördert vorwiegend Ausbildungen im technischen Bereich, das sind nahezu alle HTLs (Aufbaulehrgänge, Kollegs), inklusive Holz- oder Kunststofftechnologie und Lebens­mitteltechnologie. Auch das Nachholen von Lehrabschlüssen im Bereich Metall­/Bau­/Holz/­Elektro­technik wird gefördert.

  • Ab 2019 wurden zusätzliche Lehrabschlüsse in die Liste aufgenommen, wie etwa: Applikationsentwicklung, Veranstaltungstechnik, Medienfachmann/frau, Augenoptik

  • Der Besuch der Schulen für Sozialbetreuungsberufe wird ab 2019 wieder gefördert! Und zwar sowohl mit Fach- als auch mit Diplomprüfung (längere Variante).

  • Bei Personen ohne Berufsausbildung und maximal Pflichtschulabschluss wird das Nachholen jedes Lehrabschlusses gefördert, ohne Einschränkung des Fachgebiets. 

  • Ebenfalls gefördert werden die Ausbildung zur Pflege­fachassistenz und die Höherqualifizierung von der Pflegeassistenz zur Pflegefachassistenz, neben anderen Ausbildungen im Bereich Gesundheit und Pflege.

  • Die Liste aller förderbarer Ausbildungen finden Sie hier im Detail...

Nicht gefördert werden: 

  • Studien an Universitäten und Fachhochschulen
  • Ausbildungen im Ausland
  • Fernlehrgänge
  • Ausbildungen, die länger als 4 Jahre dauern 
  • Pädagogische Berufe

Wo stelle ich einen Antrag auf ein Fachkräftestipendium?

Das Fachkräftestipendium wird beim AMS beantragt und von diesem auch ausgezahlt. Sie müssen ein verpflichtendes Beratungsgespräch mit einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter des AMS absolvieren. Bitte nehmen Sie daher rechtzeitig vor der Ausbildung mit dem AMS Kontakt auf. 

Nachweis über den Ausbildungsfortschritt

In weiterer Folge müssen Sie auch einen Nachweis über den Aus­bild­ungs­fort­schritt (Semesterzeugnisse) bzw. über eine 75%-ige Anwesenheit bei der Aus­bildung erbringen.

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Kontakt

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05-7799-2427 

bjb@akstmk.at 

Öffnungszeiten 
Mo bis Do 8 - 16 Uhr
Di 16 - 20 Uhr (Jugend)
Fr 8 - 13 Uhr

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