Jugendliche springen vor Freude in die Luft © Christian Schwier - stock.adobe.com, AK Stmk
Den Sprung in die Lehre bereuen die wenigsten. Aber an Infos in den Schulen für diese wichtige Lebensentscheidung mangelt es, kritisiert die AK. © Christian Schwier - stock.adobe.com, AK Stmk
4.4.2022

AK: Mehr Infos für eine bessere Berufswahl

Beim Zugang zur und der Information über die Lehre ist noch Luft nach oben, zeigte die jüngste steirische Jugendstudie. Doch wenn Jugendliche einen Lehrplatz finden, sind sie mehrheitlich damit sehr zufrieden.

Knapp 2.000 steirische Jugendliche zwischen 13 und 20 Jahren wurden für die Jugendstudie der ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassismus eingehend befragt. Es ging um Zukunftsperspektiven, politisches und soziales Engagement, Gewalt und Rassismus, Migration und Integration, Klima- und Umweltschutz und – für die Arbeiterkammer ein besonders zentrales Thema – es ging um Meinungen und Einschätzungen zur Lehre und zu Informationen darüber.

Zu wenig Infos in der AHS

60 Prozent der Schülerinnen und Schüler gaben an, in ihrer Pflichtschulzeit sehr gut oder gut über Lehrberufe informiert worden zu sein. Besuchten die Kinder allerdings eine AHS, sank dieser Wert auf 50 Prozent. Die Hälfte der Kinder in den steirischen Gymnasien bekamen nur wenige oder keine Informationen über die Lehre und Lehrberufe. "Die Berufsberatung in den Schulen ist ausbaufähig", sagt auch AK-Juristin Barbara Huber. Die Jugendexpertin möchte, dass die Eltern dabei mit ins Boot geholt werden, denn sie sind eine wichtige Instanz bei der Bildungs- und Berufswahl.

Mit ihrer Lehre zufrieden

Finden Jugendliche ihren Weg zu einem Lehrberuf, sind sie weitgehend mit dieser Entscheidung zufrieden. 60 Prozent sagen, sie würden sich wieder für denselben Beruf im selben Betrieb entscheiden, 23 Prozent zwar auch denselben Beruf wieder wählen, aber in einem anderen Betrieb. Auffällig ist aber, dass Mädchen deutlich skeptischer mit ihrer Berufswahl sind als Burschen. Nur die Hälfte der Mädchen möchte nach dem Lehrabschluss im erlernten Beruf bleiben. AK-Expertin Huber glaubt, dass das mit der erlebten Realität der zeitlichen Beanspruchung im Beruf zusammenhängt: "Viele Mädchen lernen Berufe im Gastrobereich oder im Handel, wo oft flexible und familienfeindliche Arbeitszeiten gefordert werden."

Zuversichtlich, technikverliebt

Insgesamt zeigt sich die steirische Jugend optimistisch für die eigene Zukunft, man orientiert sich pragmatisch an den Erfordernissen und nützt wie selbstverständlich alle technischen, kommunikativen Möglichkeiten. Das Interesse für Politik hat gegenüber den Vorjahren abgenommen, was aber nicht heißt, dass die Jugend der gesellschaftlichen Zukunft gegenüber gleichgültig ist. Doch Themen wie Verbesserungen bei Umwelt- und Klimaschutz werden deutlich pessimistischer beurteilt als die eigene selbst beeinflussbare Zukunft.


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