Ehepaar mit Baby © Studio Romantic , stock.adobe.com
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Längere Väterkarenz ist Turbo für Jobrückkehr der Mütter

Mit einer Väterkarenz können Männer ihren Frauen nach der Babypause in­di­rekt zu einem leichteren Wiedereinstieg in den Beruf verhelfen. Wichtig ist allerdings, dass die Väterkarenz mindestens drei bis sechs Monate dauert. Denn eine Väterbeteiligung unter drei Monaten ist sogar hinderlich für die Job- Rückkehr der Frauen. "Nur ein bisserl Väterkarenz bringt‘s nicht", sagt Bernadette Pöcheim, Leiterin der AK-Abteilung Frauen und Gleichstellung. Die Ergebnisse des Wiedereinstiegsmonitorings zeigen ganz klar, dass längere Väterkarenzen mit Abstand den größten Einfluss auf eine positive Job-Wie­der­kehr der Frauen zum zweiten Geburtstag des Kindes haben. Geht der Vater mehr als sechs Monate in Karenz, ist die Chance auf einen Wiedereinstieg rund zweieinhalb Mal größer als im Durchschnitt. Eine Väterbeteiligung von drei bis sechs Monaten wirkt sich mit einer um 20 Prozent höheren Chance auf einen Wiedereinstieg der Partnerin aus. Hier gehts zum Wiedereinstiegsmonitoring.

Grafik: Unterbrechungsdauer bei Männern dramatisch gesunken. © -, AK Stmk
Grafik: Unterbrechungsdauer bei Männern dramatisch gesunken. © -, AK Stmk

Minderheitenprogramm

Leider handle es sich bei diesen Modellen jedoch um "Min­der­hei­ten­pro­gram­me", so die Expertin. Denn nur knapp ein Prozent aller Paare weisen eine Väterbeteiligung von mehr als sechs Monaten auf. Bei einer Beteiligung zwischen drei und sechs Monaten sind es ebenfalls nur rund zwei Prozent. Der überwiegende Teil der Väter geht allerdings – wenn überhaupt – weniger als drei Monate in Karenz. Und bei diesem Modell ergab die AK-Erhebung sogar einen Nachteil für die Frauen bei der Rückkehr an den Arbeitsplatz. Als Begründung vermutet Pöcheim, dass es bei dieser kurzen Karenz nur um das Abholen des Geldbetrags gehe, "aber sonst lebt man das Ernährermodell".

Grafik: Väterbeteiligung - Noch viel Luft nach oben. © -, AK Stmk
Grafik: Väterbeteiligung - Noch viel Luft nach oben. © -, AK Stmk

Bessere Chancen durch Bildung

Weitere Faktoren, die den Wiedereinstieg von Frauen in ihren Beruf er­leich­tern, sind höhere Bildung, eine bessere Erwerbsintegration vor der Geburt, kürzere Kinderbetreuungsgeldmodelle und ein gutes Angebot an Kin­der­be­treu­ungsplätzen. Ein Baby ist der häufigste Grund für eine Job-Un­ter­bre­chung, was auch gravierend zur klaffenden Einkommensschere zwischen Frau­en und Männern beiträgt.

Unternehmen gefordert

"Männer müssen mehr eingebunden werden", so Pöcheim. Ihrer Ansicht nach sei in vielerlei Hinsicht ein Umdenken notwendig. Einerseits dürften Männer, die länger in Karenz gehen, nicht mehr als Hausmänner belächelt werden. Andererseits müssten in Unternehmen bessere Möglichkeiten für Vä­ter­ka­ren­zen geschaffen werden. „Die Arbeitswelt muss insgesamt fa­mi­lien­freund­licher werden“, fordert Pöcheim: „Wenn Väter in Karenz oder Teilzeit gehen wollen, darf das beruflich keine Nachteile haben.“ Neben einer eigenständigen Geld­lei­stung für den Papamonat verlangt die AK auch eine Erhöhung des Part­ner­schaftsbonus von 500 auf 1.000 Euro, um mit einem solchen "Zuckerl" einen Anreiz für eine Karenz von Vätern zu schaffen. Außerdem fordert die AK eine Teilnahme Österreichs an der EU-Zeitverwendungsstudie, um aktuelle Daten zu bezahlter und unbezahlter Arbeit von Frauen und Männern zu generieren. Die letzten Daten seien mehr als zehn Jahre alt, kritisiert Pöcheim: "Mit alten Zahlen ist schlecht moderne Politik zu machen."

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