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Die AK rät davon ab, die Bildungskarenz nur zur Verlängerung der Babypause zu nutzen. © JenkoAtaman, stock.adobe.com
2.12.2022

"Bildungskarenz zur Bildung nutzen!"

Bildungskarenz ist nicht einfach eine Verlängerungsmöglichkeit der Elternkarenz, sondern an den Nachweis von Fortbildung gebunden. Und dazu soll sie auch genutzt werden, betont AK-Frauenreferentin Bernadette Pöcheim.

Sie werden als Geheimtipp gehandelt, jene "Bildungsplattformen", bei denen Mütter, die ihre Familienzeit daheim über die arbeitsrechtliche Karenz bis zum zweiten Geburtstag hinaus verlängern wollen, nur bestimmte Zeiten im Kurs online sein müssen, sich aber daneben anderweitig beschäftigen können. "Ich verstehe, dass Frauen Zeit mit ihren Kindern verbringen wollen", erklärt AK-Frauenreferentin Bernadette Pöcheim. "Die beste Form dafür ist und bleibt die Elternteilzeit." Während einer Elternteilzeit, bei der das Ausmaß an wöchentlichen Arbeitsstunden auf bis zu zwölf reduziert werden kann, besteht ein Kündigungs- und Entlassungsschutz wie bei einer Elternkarenz – zumindest bis vier Wochen nach dem vierten Geburtstag des Kindes.

Die AK berät zum Wiedereinstieg

In einer Bildungskarenz hingegen besteht kein derartiger Kündigungs- und Entlassungsschutz und sie ist auch wirklich für Weiterbildung reserviert und sollte dementsprechend genutzt werden. "Wer dem Beruf zu lange fernbleibt, tut sich beim Wiedereinstieg umso schwerer", warnt die AK-Frauenreferentin. "Wir helfen gerne bei der Planung einer für die Familie maßgeschneiderten Elternteilzeit. Wir beraten auch jene Mütter, die nach dem Bezug des einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeldes im zweiten Jahr ihrer Mutterschaft mit einer Bildungskarenz einen Wiedereinstieg light gestalten. Wovon wir abraten, ist eine Bildungskarenz zur reinen Verlängerung der Babypause."

Sich berufsbezogen weiterbilden

Die Bildungskarenz kann innerhalb von vier Jahren im Ausmaß von maximal zwölf Monaten beansprucht werden, auch in mehreren Teilen, wovon jeder mindestens zwei Monate andauern muss. Wird der vereinbarte Leistungsnachweis wie vereinbart erbracht, erhalten ArbeitnehmerInnen in Bildungskarenz vom AMS ein Weiterbildungsgeld in der Höhe des Arbeitslosengeldes. Während in der Bildungskarenz üblicherweise 20 Wochenstunden Fortbildung nachzuweisen sind, reicht es bei Eltern von Kindern unter sieben Jahren, für die nicht ausreichend Betreuung zur Verfügung steht, 16 Wochenstunden zu absolvieren.

Unbedingt zu beachten ist, dass ein Bezug von Weiterbildungsgeld im Anschluss an das Kinderbetreuungsgeld nur dann möglich ist, wenn der Übergang direkt erfolgt. Es darf kein einziger Tag dazwischen liegen.

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