Familie und Geld sparen © Rawpixel.com , stock.adobe.com
Eltern von Kleinkindern, insbesondere Mütter, arbeiten oft in Teilzeit. © Rawpixel.com , stock.adobe.com
4.5.2021

Halbe-halbe zugunsten der Kinder

Ob Ärztin, CNC-Fräserin oder Bürokraft: Die allermeisten Mütter gehen auch gerne ihrem Beruf nach. "Läuft es bei der Arbeit nicht so gut, lenken mich danach die Kinder ab. Machen die Kinder gerade eine schwierige Phase durch, komme ich im Labor bei der Arbeit zur Ruhe." So hat kürzlich eine preisgekrönte Forscherin erklärt, wie sie die Balance hält. Und da allen Menschen nur 24 Stunden am Tag zur Verfügung stehen, arbeiten Eltern eben oft gerne in Teilzeit.

Teilzeit wegen Kinderbetreuung 

Eine Befragung des Instituts für Sozialwissenschaften (ISW) hat noch vor Ausbruch der Corona-Krise erhoben, warum Menschen in Österreich in Teilzeit arbeiten. Als "sehr wichtig" bezeichneten da 40 Prozent der Befragten den Faktor "Zeit für die Kinderbetreuung". Kein anderes Motiv, weder Weiterbildung noch Gesundheit noch Pflege von Angehörigen, hat dabei die 14-Prozent-Grenze überschritten; an zweiter Stelle lagen jene, die nur deshalb in Teilzeit arbeiten, weil sie keine Vollzeit-Stelle finden. In Haushalten mit Kindern unter 15 Jahren war die Kinderbetreuung für 89 Prozent der Frauen und für 40 Prozent der Männer das Hauptmotiv für die Teilzeitarbeit.

Joker Elternteilzeit

Mit COVID-19 war es plötzlich nicht nur für Kleinkind-Eltern wichtig, sich beruflich freispielen zu können, sondern auch gerade für Eltern von Schulkindern im Distance Learning. "Die Corona-Krise hat gezeigt, welche Auswirkungen der Wegfall von Kinderbetreuungsmöglichkeiten auf die Berufstätigkeit der Eltern hat. Meistens auf die der Mütter …", sagt AK-Gleichstellungsreferentin Bernadette Pöcheim. "Deshalb setzt sich die Arbeiterkammer für einen Ausbau der Kinderbetreuung ein." Nach Ablauf der gesetzlichen Karenz – also mit dem zweiten Geburtstag des Kindes – müsse es für alle Familien, die das wollen, eine Betreuungsmöglichkeit geben. Der Wiedereinstieg muss ja nicht gleich in Vollzeit erfolgen: Die Elternteilzeit ermöglicht je nach Betriebsgröße einen Wiedereinstieg in Teilzeit bis zum vierten oder siebenten Geburtstag des Kindes. "Was viele nicht wissen: Vater und Mutter können gleichzeitig in Elternteilzeit gehen. Und Elternteilzeit heißt nicht, nur mehr halbtags im Job zu sein, da gibt es viel, viel mehr Möglichkeiten", betont Pöcheim und empfiehlt eine Beratung im AK-Gleichstellungsreferat. Wichtig für Mütter: "Die Arbeitszeit sollte im Idealfall mit den Kinder mitwachsen. Dann bleiben Mütter finanziell unabhängig."

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