23.5.2016
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Frauen passen oft nicht in die Mannschaft

Der "Frauen.Management.Report 2016" wurde bei einer Pressekonferenz präsentiert © Graf, AK Stmk

"Es gibt zwar einen leichten Fortschritt aber die informelle Männer-Quote beträgt 92,8 Prozent", sagt Mag. Christina Wieser von der Arbeiterkammer Wien und eine der Autorin der Studie in der Pressekonferenz "Frauen in Spitzenpositionen". Sieben Frauen finden sich unter den 201 heimischen Vorständen. Im Aufsichtsrat liegt der Frauenanteil höher, bei 17,7 Prozent. Die Spitze der Wirtschaft ist in Österreich männlich.

Ein Fakt, der auch AK-Präsident Josef Pesserl ein Dorn im Auge ist: "Das ist ein Thema, das wir in Zukunft ganz stark behandeln müssen. Es gibt 13 Mal so viele Männer in der Geschäftsführerposition wie Frauen. Der ungleiche Arbeitsmarkt der Geschlechter spitzt sich in den obersten Gremien ganz stark zu."

Intransparente Kriterien

Doch warum gelingt der Sprung nach vorne nicht? "Es gibt keine formalen Auswahlkriterien und das Verfahren ist intransparent", erklärt Wieser. Und es steht immer noch die Frage der Frauenqualifizierung im Raum. Die Männer in der Führungsetage wünschen sich Erfahrung, die Fähigkeit eine Bilanz zu lesen und sagen "entweder man hat es, oder man hat es nicht" als ihre Auswahlkriterien. Mag. Ursula Lackner, die Landesrätin für Bildung und Gesellschaft, widerspricht dieser letzten Aussage vehement: "Es gibt keinen Anlass zu feiern. Gute Entscheidungen kommen dann zustande, wenn sie von Männern und Frauen gleichwertig getroffen werden." Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache, denn Frauen sind in Österreich besser ausgebildet als Männer.

Noch ein langer Weg

"Homogenität gibt Sicherheit", meint Wieser. Auch bei der Nachbesetzung sei das ein Punkt für Entscheidungen. "Eine männliche Chefriege hat ein männliches Netzwerk und will sich auch so reproduzieren." Lackner wiederrum erzählt von den schwierigen Entscheidungsprozessen zur Frauenquote auch in der steirischen Politik. "Die Schüssel sind Frauenförderung und gesetzlich klare Regelungen", sagt Dr. Martina Schröck, Vizebürgermeisterin der Stadt Graz. In ihrer Funktion als Frauen- und Wissenschaftsstadträtin, aber auch als Sozialreferentin für Arbeit und Beschäftigung fördere sie Frauen in so vielen Bereichen wie möglich. Auch die Lehrlinge sind ihr ein Anliegen: "Wir unterstützen Mädchen, damit sie in technische Berufe kommen." Die Förderung beginnt früh und doch gibt es Hürden. Die Obfrau vom Verein FELIN, Heide Cortolezis, sagt: "Wir stehen eh alle hinter den Frauen, warum sollen wir also noch darüber reden? Das neue Argument hier lautet: "Die Frauen wollen nicht in den Führungsebene." Dass das nicht stimmt, zeigt die Arbeit im Verein. Dort gibt es ein Netzwerk für und von Frauen, die sich bei der intransparenten Jobsuche für Spitzenpositionen und die oftmals unklaren Kriterien für den Posten unterstützen. "Unsere Frauen sind gut, sie brauchen keine Förderung. Die Systeme sind es nicht."

Karenz als Karrierekiller

Auch Mag. Bernadette Pöcheim, Leiterin der Abteilung Frauen und Gleichstellung in der AK Steiermark hat tagtäglich negative Beispiele in der Beratung. "Viele Frauen melden sich, weil sie sich bewerben und dann doch nicht genommen werden. Und auch Karenz ist ein Karrierekiller. Frauen wird die Führungsposition entzogen und sie finden sich als Personalreferentin und Filialleiterin wieder." Es wird selten geklagt, denn da steht der Job insgesamt am Spiel. "Es ist nicht nur ein Benefit für Frauen, sondern auch für die Wirtschaft und Gesellschaft", so Lackner. "Wir müssen im Bewusstsein der Menschen verankern, dass auch im Führungsbereich Gleichheit herrschen soll. Dass das Normalität ist", schließt Pesserl die Pressekonferenz.

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