Frau steht vor Bild mit Muskeln
Frauen konnten sich in den letzten 100 Jahren viele Rechte erkämpfen, doch noch immer bleibt einiges zu tun. © Coloures-Pic , stock.adobe.com
27.2.2025

Internationaler Frauentag: Viel erreicht – viel bleibt zu tun

Der Internationale Frauentag erinnert an den Kampf der Frauen um ihr Wahlrecht, um gerechte Arbeitsbedingungen und die ausgewogene Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit. Noch sind zwei der drei Ziele nicht erreicht.

Geschlechtergerechte Einkommen, geschlechtsunabhängige Aufstiegschancen im Beruf und eine Gesellschaft, in der die unbezahlte Familienarbeit zu gleichen Teilen von Männern und Frauen übernommen wird. Eine Utopie – leider immer noch.

Mittlerweile verdient die überwiegende Mehrheit der Frauen ihr eigenes Geld: In der Altersgruppe zwischen 25 und 54 Jahren, hatten im Jahr 2023 in Österreich 87,8 Prozent der Männer und 83 Prozent der Frauen einen Job. In Führungspositionen allerdings machen sie weiterhin nur eine Minderheit aus: So lag die Frauenquote 2024 in den österreichischen Aufsichtsräten bei einem guten Viertel, in den Geschäftsführungen bei gut zwölf Prozent.

"Man sollte sich vor Augen halten, dass sich das bisherige Engagement für eine geschlechtergerechte Arbeitswelt schon gelohnt hat", betont AK-Frauenreferentin Bernadette Pöcheim. "Im Jahr 2014 gab es in den Aufsichtsräten erst knapp 14 Prozent Frauen und in den Geschäftsführungen gerade einmal 5,6 Prozent. Es bewegt sich etwas in die richtige Richtung aber von halbe-halbe sind wir noch weit entfernt."

Weitermachen!

Halbe-halbe in der Familienarbeit ist für die meisten Frauen ebenfalls noch eine Illusion. Zwar gibt es immer mehr Väter, die sich engagieren – wie sich unter anderem bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern am Infofrühstück Beruf & Familie von AK, AMS und Kinderdrehscheibe beobachten lässt. Die aktuelle Zeitverwendungsstudie zeigt aber deutlich, dass die Hauptlast von Haushalts- und Familienarbeit bei den Frauen liegt.

"Nach mehr als hundert Jahren, in denen am 8. März der Internationale Frauentag begangen wird, ist unser Einsatz für ein geschlechtergerechtes Leben immer noch so nötig wie seinerzeit", erklärt Pöcheim. "Deshalb machen wir jedes Jahr wieder darauf aufmerksam, dass noch ein großes Stück Arbeit vor uns liegt."

Frauen, die sich heuer am Frauentag in der AK Steiermark beraten lassen, erhalten ein Fläschchen Sesamöl und ein Lesezeichen mit einem Zitat der ersten österreichischen Frauenministerin, Johanna Dohnal. Sie forderte eine "menschliche Zukunft" – für Männer wie Frauen.

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