Elfriede Hammerl bei ihrer Lesung in Graz © Graf-Putz, AKSTMK
Elfriede Hammerl bei ihrer Lesung in Graz © Graf-Putz, AKSTMK

Radikal statt altersmilde

Ob sie sich alt fühle, fragte Moderatorin Claudia Gigler Elfriede Hammerl vor ihrer Lesung. Die Journalistin, Autorin und Wegbereiterin der Emanzipation sagte, sie wisse, dass sie alt ist: „Aber ich werde mit den Jahren nicht altersmilde, sondern immer radikaler.“ So aufgewärmt bekam das überwiegend weibliche Publikum feine Passagen aus Hammerls Buch „Alte Geschichten“ zu hören. Die durch ihre Kolumnen im profil bekannte Journalistin seziert mit ihrer direkten und eingängigen Sprache auch in ihrem jüngsten Werk Lebenssituationen und -wege, um den großen und kleinen Benachteiligungen von Frauen auf die Spur zu kommen. 

Viel Publikum bei der Lesung von Elfriede Hammerl © Graf-Putz, AKSTMK
Viel Publikum bei der Lesung von Elfriede Hammerl © Graf-Putz, AKSTMK

Sorgende Arbeit

In der Diskussion ging es um familiäre und gesellschaftliche Zwänge, die Frauen an einem freien und selbstgewählten Leben hindern. „Frauen bürden sich als Mutter, Tochter, Großmutter oder Gattin ständig Versorgungsarbeit auf“, stellte Hammerl fest und forderte mehr institutionelle Angebote von der Kinderbetreuung bis zur Pflege.

Macht und Kapital sind männlich

Eine Frau im Publikum merkte unter Beifall an, dass Macht und Kapital männlich dominiert sind. „Familien- und Versorgungsarbeit interessiert Männer nicht, deshalb ist diese Arbeit schlecht bezahlt oder überhaupt ins Private ausgelagert.“ 

30 Stunden sind genug

Eine Möglichkeit für mehr Freiräume sei die längst fällige Verkürzung der Arbeitszeit, sagte Hammerl: „Auch deshalb habe ich das Frauenvolksbegehren unterschrieben. Darin wird die 30-Stunden-Woche fordert.“ Hammerl bewertete die Arbeitszeitverkürzung als „gescheite Antwort auf die Digitalisierung“, die ja laut allen Prognosen zu einem massiven Verlust von Arbeitsplätzen führt. 

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