Werb­ungs­kosten

Von Gewerkschaftsbeiträgen über das Pendlerpauschale bis zu Fach­literatur: Der wichtigste Topf für Steuerersparnisse sind die Werbungs­kosten. Darunter versteht man alle Aufwendungen, die mit dem Beruf zu­sammen­hängen.

Verschiedene Arten von Werbungskosten

Allen ArbeitnehmerInnen steht ein Werbungskostenpauschale in Höhe von 132 € jährlich zu, das bereits bei der monatlichen Lohnverrechnung be­rück­sicht­igt wird. Für einige Berufsgruppen wie zum Beispiel HeimarbeiterInnen oder HausbesorgerInnen gibt es höhere Werbekostenpauschalen. Darüber hinaus können alle ArbeitnehmerInnen aber auch Aufwendungen, die durch die Berufsausübung entstehen und nicht vom Arbeitgeber ersetzt werden, als Werb­ungs­kosten von der Steuer absetzen. Das können z.B. Ge­werk­schafts­bei­träge oder das Pendlerpauschale genauso sein wie ein Telefon, Fachliteratur oder der private Computer. Manche Werbungskosten können zusätzlich zum Pauschale geltend gemacht werden, andere werden mit dem Pauschale gegen­ge­rechnet.  

Zu­sätzliche Werbungs­kosten zum Werbungs­kosten­pauschale

  • Pendlerpauschale
  • Gewerkschaftsbeiträge
  • Beiträge zu Berufsverbänden und Interessenvertretungen
  • selbst eingezahlte Sozialversicherungs-Beiträge
  • direkt an die Krankenkasse bezahlte E-Card-Gebühren
  • Nachbezahlte Pflichtbeiträge bei einer geringfügigen Beschäftigung
  • Pflichtbeiträge für mitversicherte Angehörige

Werbungskosten, mit Pauschalbetrag gegen gerechnet:

  • Arbeits-/Berufskleidung
  • Arbeitsmittel (z.B. Computer, Internetkosten, Büromaterial, Werkzeuge, Telefon, Internet- und Telefongebühren)
  • Aus-, Fortbildungs- und Umschulungskosten oder Sprachkurse
  • Doppelte Haushaltsführung und Familienheimfahrten
  • Fachliteratur
  • Berufliche Fahrt- und Reisekosten (Tag-, Nächtigungsgelder), soweit sie nicht vom Arbeitgeber ersetzt werden
  • Betriebsratsumlage
  • beruflich veranlasste Umzugskosten

Will man seinen privat gekauften Computer und das Internet, das auch be­ruflich benötigt wird, von der Steuer absetzen, so muss man ein­en Privat­anteil ausscheiden. Dieser beträgt mindestens 40 %, sofern man nicht glaub­haft be­legen kann, dass man den Computer oder das Internet häufiger oder aus­schließ­lich beruflich nutzt.

Außerdem können Geräte, die in der Anschaffung mehr als 400 € gekostet haben, nicht sofort zur Gänze abgesetzt werden, sondern verteilt über die Nutz­ungs­dauer. Bei einem Computer beträgt die gewöhnliche Nutzungsdauer 3 Jahre. Wurde der Computer erst in der zweiten Jahreshälfte gekauft, dürfen Sie im ersten und im letzten Jahr nur die Hälfte der Kosten geltend machen.

Konkret könnte das so aussehen:

Sie kaufen zum Beispiel am 5. Juli einen Computer. Die Kosten betragen 1.500 €. Der Privatanteil, die 40%, machen 600 € aus. Für den beruflichen Anteil bleiben 60%. Das sind 900 €. Die Nutzungsdauer wird mit drei Jahren an­ge­nommen. Verteilt auf die drei Jahre sind es jeweils 300 €, bzw. in diesem Fall, weil der Computer erst in der zweiten Jahreshälfte gekauft wurde, 150 € im ersten und im vierten Jahr. In Ihrer ArbeitnehmerInnenveranlagung machen Sie dafür folgende Beträge als Werbungskosten geltend:

Rechnung

AfA im 1. Jahr: 150 €
+ AfA im 2. Jahr: 300 €
+ AfA im 3. Jahr: 300 €
+ AfA im 4. Jahr: 150 € 
____________________
= Gesamt: 900 €