Die Nettoersatzrate beim Arbeitslosengeld soll von derzeit 55 auf 70 Prozent angehoben werden, fordert die AK. © Mirjam Reither / picturedesk.com, AK Stmk
Die Nettoersatzrate beim Arbeitslosengeld soll von derzeit 55 auf 70 Prozent angehoben werden, fordert die AK. © Mirjam Reither / picturedesk.com, AK Stmk

Dramatische Folgen der "Corona-Schockwellen"

Die Folgen des Balanceakts zwischen der Rettung von Menschenleben und wirtschaftlichem Fortbestand spiegeln sich auf dem Arbeitsmarkt wider: Stand Mitte Mai, also inmitten des – vorsichtigen und schrittweisen – "Hochfahrens" der Wirtschaft, befanden sich in Österreich rund 1,3 Millionen Menschen in Kurzarbeit, rund 550.000 Menschen waren von Arbeitslosigkeit betroffen. Viele Ein-Personen-Unternehmen, Klein- und Mittelunternehmen sind in ihrer Existenz gefährdet und die österreichische Tourismus- und Freizeitbranche wird auf lange Sicht enormen Schaden erleiden. "In dieser Situation muss der Staat die betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unterstützen und konjunkturfördernde Maßnahmen setzen, um den wirtschaftlichen Motor wieder anzukurbeln", lässt AK-Wirtschaftsexperte Philipp Gufler keinen Zweifel daran, dass die Parole "Koste es, was es wolle" bei den Hauptbetroffenen ankommen müsse.

Arbeitsmarkt - Forderungen der AK:

  • Umsetzung der ÖGB-Forderung nach einem Mindestgrundgehalt von 1.700 Euro
  • Anhebung der Nettoersatzrate beim Arbeitslosengeld von derzeit 55 auf 70 Prozent
  • "Corona-Tausender" für alle, die das Land im Shutdown am Laufen hielten
  • Verbessertes Leistungsniveau und erleichterter Zugang zur Mindestsicherung
  • Ausreichend dotierte Aus- und Weiterbildungsprogramme vor allem für Jugendliche
  • Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze im gemeinnützigen und kommunalen Bereich für ältere ArbeitnehmerInnen
  • Rasche Umsetzung der von der Regierung angekündigten Steuersenkung für kleine und mittlere Einkommen
  • Zuschuss in Höhe der Mindestsicherung für Künstler und Kulturschaffende durch den Künstler-Sozialversicherungsfonds für einen begrenzten Zeitraum
  • Umsetzung eines Milliarden-Konjunkturpakets mit Schwerpunkt Klimamaßnahmen

Unternehmen - Forderungen der AK:

  • Einrichtung eines Rettungsfonds für Kapitalbeteiligungen zur Sicherung von österreichischem Einfluss bei systemrelevanten Unternehmen
  • Errichtung einer Abbaugesellschaft zur Kapitalbeteiligung an Unternehmen bei dauerhaft nicht zurückgezahlten Krediten bzw. bei Inanspruchnahme von Haftungen des Corona-Hilfsfonds
  • Strenge Prüfung der Mittelverwendung der Überbrückungskredite
  • Mittelverwendung ausschließlich zur Sicherung von Beschäftigung, Liquidität und Standort (Dividenden, Bonuszahlungen u. Ä. sind daher auszuschließen)

Wohnsituation - Forderungen der AK:

  • Schaffung eines Sozialfonds zur teilweisen Übernahme von Miet- und Betriebskosten
  • Gesetzlicher Anspruch auf kostenlosen Rücktritt von Miet-, Kauf- und Maklerverträgen
  • Mieterinnen und Mieter durch gesetzliche Verlängerungsmöglichkeiten bei befristeten Mietverträgen unterstützen

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