Textilien und Schuhe sollen künftig haltbarer werden bzw. repariert, wiederverwendet oder recycelt werden können. © Kadmy - stock.adobe.com, AK Stmk
Textilien und Schuhe sollen künftig haltbarer werden bzw. repariert, wiederverwendet oder recycelt werden können. © Kadmy - stock.adobe.com, AK Stmk
4.7.2022

Der grüne Deal: Nachhaltige Produkte sollen zur Norm werden

Um den Klimawandel zu bekämpfen, muss umfassender gedacht werden. Die EU-Kommission tut dies und hat ein umfangreiches Paket für nachhaltige Produkte geliefert. Dieses umfasst von der Energieeffizienz beim Produktdesign über Langlebigkeit und Wiederverwertung von Ressourcen auch die Wegwerfkultur und versucht damit nicht nur die offensichtlichen Probleme zu regulieren. 

Bereits bisher regelt die geltende Ökodesignrichtlinie den Energieverbrauch für bestimmte Produkte sowie deren Kennzeichnung, beispielsweise Kühlschränke, Klimaanlagen oder Fernseher. Mit der nun vorgeschlagenen Novelle der Ökodesignrichtlinie soll das Spektrum an Anforderungen hinsichtlich Haltbarkeit, Wiederverwendbarkeit und Reparierbarkeit deutlich erweitert werden. Außerdem soll ein digitaler Produktpass eingeführt werden, in dem Informationen über die ökologische Nachhaltigkeit abrufbar sind, um Konsumentinnen und Konsumenten bewusste Kaufentscheidungen und Reparaturen zu vereinfachen.

Fast alles wird reguliert

Der Rahmen der Verordnung beschränkt sich nicht auf gewisse Produktgruppen. Mit Ausnahme von Lebens-, Futter- und Arzneimittel sollen alle physischen Waren der Regulierung unterliegen. Die EU-Kommission legt sodann für alle Waren bestimmte Kriterien fest, um die Produktgruppen wie Textilien, Möbel, Matratzen, Reifen oder Farben einzeln zu bewerten und Grenzen festzusetzen.

Kunde muss informiert werden

Der elektronische Produktpass soll Händler verpflichten, wichtige Informationen den Kundinnen und Kunden bekannt zu geben. Gibt beispielsweise der Hersteller eines Produkts eine gewerbliche Garantie für eine Lebensdauer von mehr als zwei Jahren, müssen Händler diese Information weitergeben. Bei energiebetriebenen Produkten müssen Verbraucherinnen und Verbraucher darüber informiert werden, wie energieeffizient  die Produkte arbeiten. Ferner müssen Händler auch einschlägige Angaben zur Reparierbarkeit des Produkts oder andere Reparaturangaben der Hersteller (z. B. die Verfügbarkeit von Ersatzteilen) bereitstellen. Bei intelligenten Geräten sowie digitalen Inhalten und Diensten müssen Verbraucherinnen und Verbraucher auch über Software-Updates informiert werden.

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