Zahlreiche Pharmagiganten haben ihren Sitz in Europa, produziert wird aber in Ostasien. © pressmaster - stock.adobe.com, AK Stmk
Zahlreiche Pharmagiganten haben ihren Sitz in Europa, produziert wird aber in Ostasien. © pressmaster - stock.adobe.com, AK Stmk

Pharma nach Europa ein "Gebot der Stunde"

"Die Corona-Pandemie zeigt auf, dass im pharmazeutischen Sektor eine erhebliche Abhängigkeit von anderen Nationen, vornehmlich von asiatischen Staaten, vorliegt", kritisiert AK-Experte Philipp Gufler die Auslagerung von Produktionsschritten aufgrund der Profitmaximierung – nicht nur in der Pharmaindustrie. Zwar haben zahlreiche Pharmagiganten ihren Sitz in Europa, produziert werde aber überwiegend in Ostasien, so Gufler: "In Zeiten einer sich rasant ausbreitenden Gesundheitskrise wird der Öffentlichkeit erst wieder bewusst, wie wichtig es ist, dass bestimmte Schlüsselsektoren im Hoheitsgebiet der EU angesiedelt sind."

Beihilfen

Ein Ansatzpunkt, die Abhängigkeit Europas zu minimieren, sei die Möglichkeit, "Beihilfen zur Förderung wichtiger Vorhaben von gemeinsamem europäischem Interesse" (IPCEI) zu gewähren. Derzeit würden diese Beihilfen in den Bereichen Mikroelektronik sowie der Batterieerzeugung gewährt. "Gebot der Stunde" sei nun, dass diese Regelungen auf weitere Sektoren – allen voran auf den Pharmabereich – angewandt werden. Der AK-Experte fordert: "Neben klassischen Förderungen und steuerlichen Erleichterungen gibt es auch die Möglichkeit der Beteiligung der öffentlichen Hand an Unternehmen. Dies hätte den Vorteil, dass strategische Entscheidungen im Bereich F&E sowie bei Investitionen mitgestaltet werden können."

Kritisch

Die Aufrechterhaltung des Betriebs von Krankenhäusern, Apotheken und anderen gesundheitlichen Einrichtungen mit Medikamenten und Schutzbekleidungen müsse als Teilbereich der "kritischen Infrastruktur" im Rahmen des öffentlichen Gesundheitsdienstes gewertet und entsprechend geschützt werden.

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