7.11.2017

Wohnen muss günstiger werden

Bild teilen

Zahllose Statistiken belegen, was viele Menschen Monat für Monat beim Blick auf den Kontostand bedrückt zur Kenntnis nehmen müssen: Wohnen ist teuer geworden, für viele zu teuer. Die Mietkosten steigen dramatisch, Löhne und Gehälter nur wenig. Junge ziehen immer später aus dem Hotel Mama aus, aber meist nicht aus Bequemlichkeit, sondern aus Kostengründen. Jungfamilien mit Nachwuchs finden kaum eine passende Bleibe, die bezahlbar ist.

Ein Drittel des Einkommens

Das Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO hat im Vorjahr die "Leistbarkeit von Wohnen" untersucht. Elf bis 15 Prozent der Haushalte in Österreich können sich ihre Wohnung eigentlich nicht leisten, weil die Fixkosten im Verhältnis zum Einkommen so hoch sind. Eine kaputte Waschmaschine wird da schnell zur finanziellen Katastrophe. Aber auch Familien mit höherem Einkommen stöhnen unter den steigenden Wohnkosten, die im Schnitt ein Drittel des Haushaltseinkommens ausmachen. Kauf ist keine Option, denn ein durchschnittliches Jahresgehalt reicht gerade für einige wenige Quadratmeter der ebenfalls sehr teuer gewordenen Immobilien.

Gesetzgeber ist gefordert

Die Kostenexplosion spüren fast alle, und in dieser Situation ist der Staat gefordert. In einer aktuellen Umfrage vom September wünschen sich neun von zehn Befragten (92 Prozent), dass der Gesetzgeber für leistbares Wohnen sorgt. Die Arbeiterkammer fordert ein einheitliches und transparentes Mietrecht, das eine wirkungsvolle Preisbegrenzung ermöglicht, und die Streichung der Befristung von Mietverträgen, sagt AK-Expertin Bettina Schrittwieser. Ebenso wichtig ist der Ausbau des Angebots: Es braucht mehr geförderten Wohnbau, um den überhitzten Wohnungsmarkt zu beruhigen.

Links

Das könnte Sie auch interessieren

Beim Test von Paketdiensten gab es nur zehn Prozent ohne Fehler. Es gibt große Qualitätsunterschiede. © K.- P. Adler - stock.adobe.com, AK Stmk

Paketzustellung: Boom und hoher Konkurrenzdruck

Die Paketzustellung boomt, allerdings sind die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten oft äußerst prekär.

Die Trinkwasserversorgung zählt zur kritischen Infrastruktur. © pressmaster - stock.adobe.com, AK Stmk

Versorgung mit Wasser und Co muss gesichert sein

Die Corona-Krise zeigt: "Kritische Infrastruktur" muss geschützt werden. Dazu zählen etwa Gesundheitsdienstleistungen, Trinkwasser oder Energie.

Die Nettoersatzrate beim Arbeitslosengeld soll von derzeit 55 auf 70 Prozent angehoben werden, fordert die AK. © Mirjam Reither / picturedesk.com, AK Stmk

Dramatische Folgen der "Corona-Schockwellen"

Die Corona-Krise trifft Wirtschaft und Beschäftigte mit voller Wucht. Die AK fordert, den dramatischen Folgen für die Arbeitswelt den Kampf anzusagen.