Sozialer Friede statt Profit für wenige
AK-Präsident Josef Pesserl geißelte bei der 4. Vollversammlung Fehler der Politik bis hin zu Auswüchsen, die Einzelnen riesige Vermögen ermöglichen.
Zur Senkung der Lohnnebenkosten brachte AK Präsident Josef Pesserl bei der Vollversammlung am 27. Mai 2026 einen Vorschlag zur Gegenfinanzierung ein: Die Wertschöpfung durch Maschinen müsse zur Sicherung der Sozialsysteme berücksichtigt werden.
Die Wirtschaft rufe nach einer Senkung der Lohnnebenkosten, sage aber nicht dazu welche Leistungen für die Menschen eingeschränkt werden sollen, stellte Pesserl fest. Es gehe ja um die Absicherung vor den Wechselfällen des Lebens, von einem Unfall oder einer Krankheit, über Phasen der Arbeitslosigkeit bis hin zum Leben in der Pension. "Wir brauchen eine gesicherte Finanzierung von Leistungen mit hoher Qualität." Deshalb müsse die Basis zur Finanzierung verbreitert werden auf alle Bereiche, wo Wertschöpfung passiere. Das sei beim kaptalintensiven Einsatz von Maschinen der Fall, wo die durch die Lohnsumme erfassten Menschen nur eine untergeordnete Rolle spielen.
Kapitalintensiv und extrem energiehungrig ist Künstliche Intelligenz, sagte der Rektor der TU Graz, Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Horst Bischof, in seinem Gastreferat. Zusätzlich brauche es enorme Datenmengen, damit durch KI brauchbare Resultate erzielt werden können. Die großen KI-Modelle wie ChatGPT oder Claude, die auf alle Fragen Antworten suchen, seien am Zenit ihrer Entwicklung angekommen, sagte der Experte: "Die haben heuer das ganze Internet fertig gelesen, und ohne neue Daten wird sich nicht mehr viel tun." Er sehe die Zukunft in kleineren, für spezielle Anwendungen trainierte KI-Modellen, die zudem weniger energieintensiv sind und unabhängig von den USA betrieben werden können.
Die großen und kleineren Sorgen der steirischen Beschäftigten, die von den politischen Fraktionen in knapp 60 Anträgen und Resolutionen der Vollversammlung vorgelegt wurden, standen zur Abstimmung. Darunter der dringliche Antrag zur Finanzierung der Universitäten, für ein besseres steirisches Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz, für die Absicherung der steirischen Kulturförderung, für eine Inflationsbekämpfung oder für einen 50-Prozent-Zuschlag für jede Stunde Mehrarbeit.
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