AK-Präsident Josef Pesserl (Mitte) mit AK-Vizepräsidentin Patricia Berger und AK-Direktor Wolfgang Bartosch.
AK-Präsident Josef Pesserl (Mitte) mit AK-Vizepräsidentin Patricia Berger und AK-Direktor Wolfgang Bartosch. © Temel, AK Stmk

Appell an die Politik: "Einfach tun"

Beschäftigung und Pflege: Dies waren zwei der Hauptthemen bei der 2. Vollversammlung der steirischen Arbeiterkammer. Der sich immer deutlicher abzeichnende Wirtschaftsabschwung macht sich auch in der Steiermark immer stärker bemerkbar. Bei Magna in Graz wackeln angeblich bis zu 1.800 Arbeitsplätze, während in Fürstenfeld hunderte Beschäftigte des Secop-Werks um ihre Jobs zittern. In Fällen wie Secop sei freilich auch die "Profitgier" kurz­sich­tiger Investoren für die schwierige Lage verantwortlich, kritisierte AK-Präsident Josef Pesserl. Und auch die EU nahm Pesserl in die Pflicht: Diese sei durch ihre wettbewerbsrechtlichen Vorgaben nicht unschuldig an der ak­tu­el­len Situation. "Die EU-Institutionen müssen sich bewusst machen, dass sie für die Menschen in Europa agieren müssen", forderte Pesserl ein Umdenken.

"Sparen ist die falsche Konsequenz"

Auch die heimische Politik ist aus Sicht der AK gefordert, aktiv gegen drohende Arbeitsplatzverluste vorzugehen. Pesserl nannte als Beispiel für kon­junk­tur­be­lebende Maßnahmen den Ausbau öffentlicher Verkehrsinfrastruktur sowie den Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen, um eine bessere Ver­ein­bar­keit von Beruf und Familie zu erreichen. Auch der Gesundheits- und Pflege­sektor benötige dringend Investitionen, so der AK-Präsident. Das Personal sei überlastet, die Bezahlung schlecht, das wirke sich letztlich auch auf Pa­tien­tin­nen und Patienten bzw. Pflegebedürftige aus. Pesserl richtete in diesem Zu­sam­m­enhang einen "Appell an die Politik, endlich zu handeln. Nicht erklären, woran es mangelt, sondern einfach tun!" Gerade jetzt müsse die Politik "Geld in die Hand nehmen - in dem Fall ist Sparen die falsche Konsequenz".

Investition in Bildungschancen

Pesserl und AK-Direktor Wolfgang Bartosch ließen indes auch das Jahr 2019 aus Sicht der steirischen Arbeiterkammer Revue passieren. Pesserl erwähnte als ein Leuchtturmprojekt die Eröffnung des neuen AK-Bildungszentrums Volkshochschule in Graz: "Wir haben dort 20 Millionen Euro nicht in ein Objekt, in Infrastruktur investiert, wir haben 20 Millionen in Bildungschancen für die Menschen investiert." Als weitere wichtige Neuerung führte AK-Päsident Wolfgang Bartosch die heuer gestartete Digitalisierungsoffensive der AK an. Ein Teil davon sei der Projektfonds Arbeit 4.0, "der beginnt jetzt zu laufen".

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