30.3.2018

Wenn es eine zweite Chance gibt

"Können Sie einen Fahrradschlauch wechseln?", fragt Mario Tucci seinen neuesten Schützling Stefan. Dieser schüttelt den Kopf. Der Werkstättenleiter nimmt ihn gleich mit zur Werkbank und zeigt ihm, wie es geht. Stefan ist einer von 20 Beschäftigten in der von pro mente steiermark in der Schießstattgasse in Graz. Sie arbeiten in allen Bereichen der Firma – ganz wie in einem normalen Unternehmen auch. Unterstützt werden sie von zwei Trainern, die immer ein offenes Ohr für ihre Schützlinge haben.

Zweite Chance für Menschen, die wieder in den Arbeitsmarkt eintreten wollen. © Graf-Putz, AK Stmk
Zweite Chance für Menschen, die wieder in den Arbeitsmarkt eintreten wollen. © Graf-Putz, AK Stmk

Schritt für Schritt

"Wir helfen Menschen, die wieder in den Arbeitsmarkt einsteigen wollen und sich damit schwer tun", erklärt Sozialtrainer Anton Thaller. Im Berufs- und Arbeitstraining geht es zuerst darum, dass der Arbeitsalltag wieder bewältigt werden kann. Der zweite Schritt ist das fachliche Training, in dem in allen Bereichen der Werkstatt gearbeitet wird. In regelmäßigen Gesprächen werden Hürden genommen und Feedback wird gegeben.

Besondere Einzelteile

Zudem gibt es in der Firma eine eigene Ecke mit zwei Computern, wo gemeinsam nach neuen Jobs gesucht wird. Auch bei der Bewerbung wird geholfen, wenn es benötigt wird. Viele probieren sich in Praktika aus, bevor sie "re.turn – city" verlassen. Neben Fahrradreparaturen werden vergessene, verlorene oder verstoßene Schrotträder mit Originalteilen in besondere Einzelstücke verwandelt. So gibt es für alle im Betrieb eine zweite Chance.


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