Junge Menschen verlassen sich in erster Linie auf Institutionen, die in Krisensituationen praktische Hilfeleistungen erbringen. © Quelle: Institut für Jugendkulturforschung, AK Stmk
Junge Menschen verlassen sich in erster Linie auf Institutionen, die in Krisensituationen praktische Hilfeleistungen erbringen. © Quelle: Institut für Jugendkulturforschung, AK Stmk
31.10.2022

Generation Z vertraut der AK

Die heute 16- bis 29-Jährigen werden der sogenannten "Generation Z" zugezählt. Diese Generation zeichnet sich dadurch aus, dass sie überwiegend sicherheitsorientiert ist und ein berechenbares Leben führen will – so wie ihre Eltern.

Untersucht man das Vertrauen der jungen Österreicher in staatliche und gesellschaftliche Institutionen, so zeigt sich, dass sich diese in erster Linie auf jene verlassen, die in konkreten Krisen- oder Problemsituationen praktische Hilfsleistungen erbringen können und durch ihre Macht und ihren Einfluss die Interessen ihrer Mitglieder gegenüber Gegnern und Widersachern durchzusetzen in der Lage sind. Dementsprechend ist das Vertrauen der jungen Menschen in Arbeiterkammer, Polizei, Wirtschaftskammer, Bundesheer und Gewerkschaften am größten. Das zeigt die aktuelle Studie "Generation Z – Eine Krisengeneration ist nicht unterzukriegen" der T-Factory Trendagentur in Kooperation mit dem Institut für Jugendkulturforschung auf. Dort, wo der Bereich des Politischen beginnt, überwiegt anstelle des Vertrauens das Misstrauen. Katastrophal wird die Situation, wenn man sich den Medien und den politischen Parteien zuwendet: Jeweils 2/3 misstrauen den Institutionen, die unter diesen Überbegriffen subsumiert werden.

Sehnsucht nach Leben der Eltern

Laut der Studie nutzen die Angehörigen der Generation Z häufig das Wort "Planungssicherheit". Sie beneiden ihre Eltern um die Zeiten, in denen diese ihren Start ins Leben absolvieren durften, die 1970er und 1980er Jahre. Diese Dekaden werden von ihnen idealisiert. Man bezeichnet die Generation Z deshalb auch als "retrotopische Generation". Damit ist gemeint, dass sie utopische Vorstellungen, zu deren Schöpfung Jugendliche und junge Erwachsene neigen, nicht auf die Zukunft, sondern auf die Vergangenheit projiziert. Wenn sie davon schwärmen, dass ihre Eltern noch einen sicheren Job hatten, deshalb von der Bank großzügige Kredite bekamen, mit denen sie sich ein schönes Eigenheim bauen konnten, dann ist dieses romantische Narrativ auch mit Wehmut verbunden. Die Eltern konnten noch ein Leben führen, das ihnen verschlossen ist.

Krise folgt Krise – Jugendzeit geht verloren

Es wäre aber vermessen, die heute lebenden Jugendlichen als wehleidig zu bezeichnen. Denn sie sind tatsächlich von Umständen gepeinigt, die es durchaus rechtfertigen, sie als "Generation Krise" zu bezeichnen. Und diese Krise hat gleich mehrere Dimensionen. An den Höhepunkten der Corona-Krise sperrte man die Jugendlichen in den Familienwohnungen ein, wodurch sie wertvolle Zeit ihrer Jugendphase verloren. Bei vielen Jugendlichen entstand der Eindruck, dass ihnen ein direkter Übergang von der Kindheit ins Erwachsenenleben zugemutet wurde, ohne den Genuss des freizügigen Zwischenstücks, der Jugend. Und auf die Corona-Krise folgte eine ökonomische Krise, zu der sich nun auch noch durch den Krieg eine europäische Friedenskrise hinzugesellt hat.

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