Die Corona-Pandemie hat die Arbeitsbelastung der Beschäftigten in den heimischen Krankenhäusern weiter steigen lassen. © Vadim - stock.adobe.com, AK Stmk
Die Corona-Pandemie hat die Arbeitsbelastung der Beschäftigten in den heimischen Krankenhäusern weiter steigen lassen. © Vadim - stock.adobe.com, AK Stmk

Spitäler und Pflege: Lernen aus der Corona-Krise

Österreich hat die Corona-Krise bisher besser gemeistert als andere Staaten. Lange wurde von Fachleuten sowie Politikerinnen und Politikern bekrittelt, dass es in Österreich zu viele Spitals- und vor allem Intensivbetten gibt. Daher wurden und werden diese seit Jahren reduziert. Doch gerade jetzt erweist es sich als Vorteil, dass Österreich nicht nur mehr Intensivbetten als viele andere Länder hat, sondern auch hoch ausgebildetes und engagiert arbeitendes Spitalspersonal.

Druck auf alle Betroffenen steigt

Schon vor der Corona-Krise waren die Pflege- und Gesundheitsberufe stark gefordert. Arbeitsverdichtung und Alterung der Gesellschaft haben die Arbeitsbelastung steigen und Pflegepersonalmangel entstehen lassen. Seit der Corona-Krise hat sich die Lage für viele Beschäftigte verschärft. Auch in der Langzeitpflege war die Situation durch Corona sehr angespannt: Pflegebedürftigen fehlten soziale Kontakte, pflegende Angehörige, insbesondere Frauen, gerieten zusätzlich unter Druck, wenn sie z. B. auch noch Kinderbetreuungsaufgaben übernehmen mussten. Die 24-Stunden-Betreuung ist selbst in die Krise geraten: Betreuerinnen waren teils wochenlang ohne Ablöse bei den Betreuten, saßen in Quarantäne, wurden mit Sonderfliegern und -zügen nach Österreich gebracht und hatten teilweise Zusatzkosten und Verdienstentgänge.

AK fordert Maßnahmen

"Damit wir auch in Zukunft für Krisen dieser Art gut vorbereitet sind, braucht es nachhaltige Überlegungen für den Gesundheits- und Langzeitpflegebereich", betonen Alexander Gratzer, Leiter der Pflegeabteilung der AK Steiermark, und Heidemarie Staflinger von der AK Oberösterreich. Sie fordern den Ausbau einer integrierten Versorgung für den gesamten Gesundheits- und Pflegebereich sowie die Schaffung neuer ergänzender Angebote im mobilen Bereich samt Konzepten zur Entlastung pflegender Angehöriger. Auch der Ausbau des Schutzes der Beschäftigten in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen ist dringend notwendig. Neben der von der Regierung angekündigten Pflegereform müssen auch zeitgemäße Personalbedarfsberechnungen und überregionale Krisenpläne erstellt sowie die Produktion von Schutzausrüstung dauerhaft nach Österreich verlagert werden.

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