V. l. n. r.: Horst Schachner (Vorsitzender ÖGB Steiermark), Josef Herk (Präsident WKO Steiermark), Stefan Stolitzka (Präsident IV-Steiermark), Josef Pesserl (Präsident AK Steiermark), Franz Titschenbacher (Präsident LK Steiermark) © Thomas Fischer, AK Stmk
V. l. n. r.: Horst Schachner (Vorsitzender ÖGB Steiermark), Josef Herk (Präsident WKO Steiermark), Stefan Stolitzka (Präsident IV-Steiermark), Josef Pesserl (Präsident AK Steiermark), Franz Titschenbacher (Präsident LK Steiermark) © Thomas Fischer, AK Stmk
28.9.2021

Wege zur nachhaltigen Zukunft der Steiermark

Die Steiermark stellt sich den Herausforderungen des Klimawandels und der notwendigen Transformation unserer Gesellschaft und Wirtschaft. Sowohl die österreichische „#mission2030 – Klima- und Energiestrategie“, als auch die steirische Klima- und Energiestrategie (KESS 2030) geben Ziele vor, um diese Änderungen zu bewerkstelligen. Die Ziele für 2030 sind hochgesteckt, eine Vielzahl umfassender Maßnahmen und Investitionen müssen in kurzer Zeit auf allen Ebenen getätigt werden. 

Verantwortung zum Gestalten

"Wir nehmen die Bewältigung der energie- und klimapolitischen Herausforderungen sehr ernst und stellen uns unserer gesellschaftlichen Verantwortung", sagen die Präsidenten der steirischen Sozialpartner Josef Pesserl (AK), Josef Herk (WKO), Franz Titschenbacher (LK), Landesvorsitzender Horst Schachner (ÖGB) und der IV-Steiermark Präsident Stefan Stolitzka. Und sie betonen weiter: "Wir unterstützen die erforderliche Transformation als Bindeglied zwischen Politik und Verwaltung, den Menschen in der Steiermark, den Unternehmen und der Landwirtschaft und setzen dabei auf Maßnahmen, die den Standort und Arbeitsplätze und damit auch den heimischen Wohlstand erhalten." 

Herausforderung für alle Bereiche der Gesellschaft

Große Herausforderungen bieten große Chancen, welche die Steiermark als innovatives Forschungs- und Industrieland nutzen soll, um den Wohlstand in Zukunft abzusichern und auszubauen. Diese Transformation ist aber nicht als rein technische, sondern vor allem auch als gesamtgesellschaftliche Herausforderung zu verstehen, welche insbesondere den Erhalt von Arbeitsplätzen und somit Lebensqualität berücksichtigen muss. Somit gilt es, sämtliche Akteurinnen und Akteure wie zum Beispiel in den Bereichen Produktion, Konsum aber auch bei Entscheidungen bestmöglich zu unterstützen, um diesen Weg gemeinsam zu beschreiten.

Dossier "Klima, Energie und Nachhaltigkeit"

Wie kann die Steiermark die heimischen Klimaziele erreichen, die globalen Klimaziele unterstützen und zugleich den sehr hart erarbeiteten Wohlstand und sozialen Frieden aufrechterhalten? Das 130 Seiten starke Dossier, das unter Beiziehung zahlreicher Expertinnen und Experten erarbeitet wurde, gibt Anregungen und zeigt Lösungen auf. Die beschriebenen Klimaschutzaktivitäten belegen, dass die Steiermark in vielen Bereichen beispielgebend ist.

Politische Strategie notwendig

Die vorliegende Publikation ersetzt nicht eine politische Strategie und ein entsprechendes politisch akkordiertes Vorgehen. Sie möchte jedoch einen Ausblick geben, wie eine nachhaltige Zukunft in der Steiermark aussehen kann und zudem einen Überblick über die gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen bieten. Verdeutlicht wird darin zudem die Notwendigkeit eines kontinuierlichen Austauschs zu den aktuellen Entwicklungen und die Suche nach gemeinsamen Positionen, um den Schulterschluss in der Klima- und Energiewende in der Steiermark aufrecht zu erhalten.

Statements

Arbeiterkammer Steiermark,  Präsident Josef Pesserl

"Der Umbau unseres Energie- und Wirtschaftssystems, hin zu einer erneuerbaren und nachhaltigen Versorgung, ist eine wesentliche Voraussetzung, um die Klimaziele auch zu erreichen. Betroffen sind davon alle Gesellschafts- und Lebensbereiche. Diese Anstrengungen werden nur dann von Erfolg gekrönt sein, wenn alle auch die Möglichkeit bekommen, sich umwelt- und klimaschonend zu verhalten. Dazu braucht es, neben ökologischen und ökonomischen Kriterien, jedenfalls Rahmenbedingungen, die ganz besonders auch soziale Aspekte, wie die Schaffung von Energie- und Klimagerechtigkeit, den Erhalt und die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Förderung einkommensschwacher Bevölkerungsgruppen und den Erhalt der Lebensqualität berücksichtigen. Dabei ist es langfristig ziemlich unerheblich, ob man Arbeitnehmer oder Arbeitgeber ist. Es braucht das eine wie das andere."

Industriellenvereinigung Steiermark,  Präsident Stefan Stolitzka

"Die steirische Industrie trägt aktiv durch ihre optimierten Prozesse und ihre weltweit eingesetzten effizienten und hochinnovativen Produkte überproportional zum Klimaschutz bei. Und das tagtäglich. Mithilfe modernster Produktionsverfahren fertigen wir im Land Stahl, Papier oder Zement bereits um ein Vielfaches klimaschonender als anderswo. Durch ihr hervorragendes Know-how sind es die Menschen in der Steiermark, die weltweit mithelfen, das Klima zu schützen. Wir reduzieren mit Produkten aus der Steiermark TreibhausgasEmissionen auf der ganzen Welt um den Faktor 10 zu dem, was ganz Österreich ausstößt. Der Schlüssel liegt klar in unseren Technologien und deren Einsatz. Genau diese Stärke müssen wir weiter ausbauen und dafür die besten Rahmenbedingungen schaffen."

Landwirtschaftskammer Steiermark,  Präsident Franz Titschenbacher

"Eine produzierende Land- und Forstwirtschaft ist für die Ernährungssicherung der Bevölkerung und für die Bereitstellung von nachwachsenden Rohstoffen für die Steiermark unverzichtbar. Die von einigen NGOs geforderte großflächige Stilllegung von Waldflächen ist in der Klimakrise kontraproduktiv. Vielmehr bedarf es einer Intensivierung der nachhaltigen und multifunktionalen Waldbewirtschaftung, um die Widerstandskraft der Waldbestände zu erhöhen und klimafitte Wälder zu erhalten. Diese liefern den Rohstoff Holz für eine intelligente stoffliche und energetische Nutzung. Damit erbringt der Sektor einen der wichtigsten Beiträge zum Klimaschutz in Österreich im Sinne einer zukunftsorientierten Bioökonomie."

Wirtschaftskammer Steiermark,  Präsident Josef Herk

"Den entscheidenden Baustein zur Erreichung unserer äußerst hohen Klimaziele stellt die Transformation des Energiesystems dar. Österreich befindet sich dabei auf einem sehr guten Weg, denn im EU-Vergleich sind wir Spitzenreiter beim Anteil an Strom aus erneuerbaren Energiequellen (79%). Trotzdem braucht es in den kommenden Jahren einen weiteren massiven Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren, nachhaltigen Energiequellen wie Wasserkraft, Windkraft oder Photovoltaikenergie. Im Gleichschritt mit der Erhöhung unserer Erzeugungskapazitäten dürfen wir aber keinesfalls die notwendige Leitungsinfrastruktur und die Speichermöglichkeiten vernachlässigen. Um die notwendigen Projekte realisieren zu können, ist es die Aufgabe der Politik durch sinnvolle gesetzliche Rahmenbedingungen ein investitionsfreundliches Klima zu schaffen. Denn mit Verboten wird es uns nicht gelingen das Klima zu schützen und gleichzeitig wirtschaftlichen Wohlstand und soziale Gerechtigkeit zu wahren. Außerdem verursacht nicht die Technologie an sich Treibhausgase, sondern das Verbrennen von fossilen Energieträgern. Nur durch einen Mix aus verschiedenen Technologien wird es möglich sein eine nachhaltige auf erneuerbaren Energieträgern fußende Lebens- und Wirtschaftsweise zu etablieren."

ÖGB Steiermark,  Vorsitzender Horst Schachner

"Der Klimawandel betrifft uns alle, häufigere und schlimmere Naturkatastrophen, Ernteausfälle und der Anstieg der Weltmeere sind die deutlich spürbaren Folgen. Der Ausstoß von Treibhausgasen muss schnellstmöglich verringert werden, damit auch nachfolgende Generationen eine lebenswerte Welt vorfinden. Zahlreiche Maßnahmen gegen die Erderwärmung sind mit steigenden Kosten für Wohnen, Heizen und Mobilität verbunden. Wir stehen alle zu den Klimazielen und wir stehen für eine Umsetzung, die Arbeitsplätze sichert und mit einer durchdachten Preisgestaltung dafür sorgt, dass die Maßnahmen zum Klimaschutz sozialverträglich bleiben."

Video: Präsentation des Klima-Dossiers

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