AK-Frauenreferatsleiterin Bernadette Pöcheim, AK-Präsident Josef Pesserl und Cordula Schlamadinger von der Kinderdrehscheibe (v. l.) präsentierten den 13. AK-Kinderbetreuungsatlas.
AK-Frauenreferatsleiterin Bernadette Pöcheim, AK-Präsident Josef Pesserl und Cordula Schlamadinger von der Kinderdrehscheibe (v. l.) präsentierten den 13. AK-Kinderbetreuungsatlas. © Buchsteiner, AK Stmk
15.6.2026

Licht und Schatten in der steirischen Kinderbetreuung

Der 13. Kinderbetreuungsatlas der AK Steiermark zeigt, wie es um die steirischen Kinderbetreuungseinrichtungen bestellt ist. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es Verbesserungen, in einzelnen Bereichen allerdings auch Verschlechterungen.

Nach schwierigen Jahren hat sich die Situation in den steirischen Kinderbetreuungseinrichtungen weiter entspannt. Das belegen auch die Zahlen im mittlerweile 13. AK-Kinderbetreuungsatlas: Aktuell erfüllen von 285 steirischen Gemeinden heuer 162 – acht mehr als im Vorjahr – die Kriterien für die "Kategorie A": "Für diese Kategorie müssen eine Betreuungseinrichtung für Kinder unter drei Jahren, ein Ganztageskindergarten und eine Nachmittagsbetreuung für Volksschulkinder vorhanden sein", erklärt AK-Frauenreferatsleiterin Bernadette Pöcheim. Zugleich ist die Zahl jener Gemeinden, die den zusätzlichen Kriterien des "Vereinbarkeitsindikators für Familie und Beruf" (VIF) gerecht werden, leicht gestiegen. So verfügen heuer 74 Gemeinden (im Vorjahr waren es 72) über Betreuungsangebote für Kinder von null bis zehn Jahren mit Öffnungszeiten, die beiden Elternteilen Vollzeitjobs ermöglichen.

Mehr Kinderkrippen

Positiv: Jede einzelne Gemeinde in der Steiermark bietet mindestens eine Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtung für Kinder von 3 bis 6 Jahren an. Viele Gemeinden bemühen sich zudem, ihre Tages-Öffnungszeiten anzupassen, sofern ein entsprechender Betreuungsbedarf der Eltern gegeben ist und dieser Bedarf auch durch ausreichend Personal abgedeckt werden kann. Ebenfalls erfreulich: Die Zahl jener Gemeinden, in denen es Kinderkrippen gibt, ist seit dem Mai 2025 von 182 auf 184 im Mai 2026 gestiegen. Weiterhin rückläufig ist hingegen die Zahl der Tageseltern: Steiermarkweit gibt es derzeit insgesamt 426 Tagesmütter und -väter, die Kinder im eigenen Haushalt bzw. in Betriebs- oder Gemeinderäumlichkeiten betreuen. 2025 waren es noch 433 Tageseltern.

Digitaler Atlas

Zusammengefasst haben sich gegenüber dem Vorjahr 14 Gemeinden in der Kategorie verbessert, während es bei sieben Gemeinden zu einer Abstufung kam. Gründe für Auf- bzw. Abstufungen sind unter anderem das (Nicht-)Vorhandensein von Tageseltern und die Ausweitung oder Einschränkung von Öffnungszeiten in den Betreuungseinrichtungen. Unter kinderbetreuungsatlas.akstmk.at können alle Details zu den einzelnen Gemeinden abgerufen werden.

Reduzierung der Gruppengrößen verzögert sich

Weiter entspannt hat sich auch die personelle Situation in den Betreuungsein-richtungen. Trotz aller positiven Entwicklungen stellt das Finden eines leistbaren Betreuungsplatzes für ihr Kind weiterhin viele berufstätige Eltern vor Probleme. Mit dem Betreuungsjahr 2025/26 wurde die Gruppengröße in Kindergärten auf 22 Kinder gesenkt. Die ursprünglich für September 2026 geplante weitere Senkung der Gruppengrößen auf jeweils 21 Kinder verzögert sich, da fehlende Betreuungsplätze nicht schnell genug durch neue Gruppen oder Einrichtungen kompensiert werden können. Das Ziel, die Gruppenhöchstzahl auf 20 Kinder zu reduzieren, soll folglich erst im Jahr 2031/32 erreicht werden. Die vom Bund angekündigte Einführung eines zweiten verpflichtenden Kindergartenjahres ab 2027 könnte den Druck auf Gemeinden, dringend in den weiteren Ausbau zu investieren, jedoch wieder massiv erhöhen. AK-Präsident Josef Pesserl sieht die Politik gefordert, "ausreichend finanzielle Mittel für die Gemeinden zum Ausbau und Betrieb von Kinderbetreuungseinrichtungen zur Verfügung zu stellen. Und es braucht mehr Personal für die Betreuungseinrichtungen sowie mehr Ausbildungsplätze in elementarpädagogischen Bildungseinrichtungen."

AK für Masterplan zur Kinderbetreuung

Die Arbeiterkammer fordert von der Politik einmal mehr einen Masterplan mit klaren Zielen. Dieser Plan umfasst unter anderem:

  • Bedarfserhebung zu benötigten Kinderbetreuungsplätzen in der gesamten Steiermark
  • Ausbau der Kinderbetreuungsplätze
  • Rechtsanspruch auf einen kostenfreien Betreuungsplatz
  • Mehr Personal: Zwei Pädagog:innen und ein:e Betreuer:in pro Gruppe von maximal 20 Kindern
  • Mehr Ausbildungsplätze und Anreize für Absolvent:innen von elementarpädagogischen Bildungseinrichtungen, den Beruf auch tatsächlich auszuüben
  • Ausreichend finanzielle Mittel für die Gemeinden zum Ausbau und Betrieb von Kinderbetreuungseinrichtungen

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