AK-Präsident Josef Pesserl und AK-Präsident Wolfgang Bartosch im Interview. © Temel, AK Stmk
AK-Präsident Josef Pesserl und AK-Präsident Wolfgang Bartosch im Interview. © Temel, AK Stmk

Pesserl: "Aktivitäten und Kompetenz zeichnen uns aus"

AK-Präsident Josef Pesserl und AK-Direktor Wolfgang Bartosch im Gespräch über das sich zu Ende neigende Jahr, Pläne für 2020, Wünsche an die neue Regierung und das große Vertrauen, das die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in die Arbeiterkammer setzen.

Herr Direktor, was waren 2019 die Meilensteine, die die AK Steiermark für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer umgesetzt hat?

Wolfgang Bartosch: Da wären einmal die Einführung des Digi-Bonus mit bis zu 300 Euro für jeden Beschäftigten, der zusätzlich zum Bildungsscheck gewährt wird. Dann, als weiterer Schwerpunkt der Digitalisierungsoffensive, wurde der Projektfonds Arbeit 4.0 ins Leben gerufen. Natürlich ein Großereignis war die Eröffnung des AK-Bildungszentrums Volkshochschule mit modernen Kurs- und Seminarräumlichkeiten und der Schaffung zusätzlicher Kursangebote. Zudem haben wir die Bildungsberatung ausgebaut und den Schwerpunkt Wohnen im Konsumentenschutz eingerichtet. Und im Rahmen des Projekts „Registrierung der Gesundheitsberufe“ haben sich innerhalb eines Jahres 27.000 Berufsangehörige bei uns registriert.

Herr Präsident, was bedeutet das gute Abschneiden der Arbeiterkammer beim Vertrauensindex?

Josef Pesserl: Dieses hohe Vertrauen bringt einerseits sehr eindrucksvoll zum Ausdruck, wie wichtig die unzähligen Aktivitäten der Arbeiterkammer für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind, und es zeigt andererseits auch sehr deutlich, dass die hohe Kompetenz der Expertinnen und Experten der Arbeiterkammer sehr geschätzt wird. Gleichzeitig sehe ich es aber auch als Auftrag für die Zukunft.

Was ist in naher Zukunft, für 2020, geplant?

Bartosch: Weiterhin die Qualitätssicherung in unserem Kernkompetenzbereich Arbeits- und Sozialrecht und natürlich der Ausbau der Serviceleistungen, wie beispielsweise das Angebot von Betriebskostenchecks auch in den Bezirken in Anlehnung an das Modell der Steuerspartage. Für die Jugend setzen wir mit "AK Young" einen Schwerpunkt mit diversen Maßnahmen und Projekten. Im Rahmen unserer Digitalisierungsoffensive werden wir für den Projektfonds Arbeit 4.0 zwei Einreichfristen zum 31. März und 30. September einrichten.

Sie sprechen die Digitalisierungsoffensive an, bei der die Arbeiterkammer Steiermark über fünf Jahre hinweg insgesamt 21,5 Millionen Euro an Förderungen ausschüttet. Wie wird diese angenommen?

Bartosch: Bislang wurden beim Digi-Bonus 140 Anträge in Höhe von bis zu 300 Euro eingebracht. Für kommendes Jahr ist geplant, dass der Digi-Bonus großzügig erhöht wird. Beim Projektfonds Arbeit 4.0 wurden bis zur ersten Einreichfrist Ende September 26 Förderanträge eingereicht, acht Projekte wurden angenommen. Diese fördern wir mit maximal 637.000 Euro. Unser Leitprojekt "Telearbeitsplätze" in Kooperation mit der SFG läuft ebenfalls gut: Wir haben bislang Zusagen für 113 Arbeitsplätze mit einem Fördervolumen von insgesamt rund 101.700 Euro getätigt. Trotzdem muss man sagen, dass im ersten Jahr der rückgestellte Betrag von 4,3 Millionen Euro für die Digitalisierungsoffensive nicht ausgeschöpft wurde, der Rest wird auf die Folgejahre übertragen.

Was muss passieren, um den Wirtschaftsstandort Steiermark aus Sicht der Beschäftigten zu stärken?

Pesserl: Die steirische Politik hat eine Fülle an Möglichkeiten, dem drohenden Wirtschaftsabschwung entgegenzuwirken. Ausbau der öffentlichen Verkehrsinfrastruktur, Ausbau des Fernwärmenetzes, Durchführung der Altbausanierung – all das hätte einen positiven Effekt auf die Beschäftigung und wäre gleichzeitig ein wichtiger Beitrag gegen den Klimawandel. Investitionen in die Pflege und in die Kinderbetreuung und der rasche Ausbau des Breitbandes wären ebenfalls wichtige Maßnahmen, um nur einige Beispiele zu nennen.

Was erwarten Sie sich von der neuen Bundesregierung?

Pesserl: Von der neuen Bundesregierung erwarte ich mir unter anderem, dass sie die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bzw. deren Vertretung in die politischen Entscheidungsprozesse einbindet und dass sie die Bedürfnisse der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ernst nimmt. Ein partnerschaftliches Miteinander zwischen Politik, Unternehmern und Arbeitnehmern in den letzten sieben Jahrzehnten und die beeindruckende Leistung der Beschäftigten hat Österreich zu einem attraktiven und erfolgreichen Wirtschaftsstandort gemacht. Dieser gemeinsame Weg sollte der Bundesregierung auch in Zukunft ein Anliegen sein.

Links

Kontakt

Kontakt

05-7799

Das könnte Sie auch interessieren

Die Arbeiterkammer genießt großes Vertrauen in der österreichischen Bevölkerung. © Buchsteiner, AK Stmk

Österreicher vertrauen ihrer Arbeiterkammer

Im APA-OGM-Ranking von 31 Institutionen genießen Polizei, Verfassungsgerichtshof, Bundespräsident und AK bei der Bevölkerung das größte Vertrauen.

Die AK fördert Digitalisierungs-Projekte mit 21,5 Millionen Euro. © Viacheslav Iakobchuk - stock.adobe.com, AK Stmk

Förderungen Digitalisierung

Mit Digi-Bonus, Digi-Fonds und dem Projekt "Telearbeitsplätze" werden in den nächsten fünf Jahren 21,5 Millionen Euro in der Steiermark ausgeschüttet.

Die VHS bietet für jeden Geschmack etwas an. © Kanizaj, AK Stmk

Die VHS

Von Sport, über Sprachen, Kunst oder politische Bildung. Die VHS bietet für alle Interessen etwas.