AK-Präsident Josef Pesserl (l.) und AK-Direktor Wolfgang Bartosch sind stolz auf die geleistete Arbeit. © Temel, AK Stmk
AK-Präsident Josef Pesserl (l.) und AK-Direktor Wolfgang Bartosch sind stolz auf die geleistete Arbeit. © Temel, AK Stmk
08.03.2021

Bilanz 2020: 75,7 Millionen Euro für die AK-Mitglieder

Die Expertise der steirischen Arbeiterkammer war im abgelaufenen Jahr 2020 gefragt wie nie: Mehr als 284.000 Rechtsauskünfte markieren einen neuen Höchststand. Auch die für die AK-Mitglieder erreichte Gesamtsumme an erstrittenen Beträgen kann sich mit 75,7 Millionen Euro sehen lassen.

Corona-Krise hinterließ Spuren

Die Corona-Pandemie hat auch der Leistungsbilanz der steirischen AK ihren Stempel aufgedrückt, erläutern Präsident Josef Pesserl und Direktor Wolfgang Bartosch: "Während die persönlichen Auskünfte aufgrund der notwendigen Schutzmaßnahmen zurückgingen, sind die telefonischen und schriftlichen Auskünfte förmlich explodiert." Auch inhaltlich hinterließ die Corona-Krise Spuren in der Beratungstätigkeit: "Im Arbeitsrecht beispielsweise gab es vor allem am Anfang der Pandemie viele offene Fragen zur Kurzarbeit, im Konsumentenschutz stiegen Reise-Anfragen sprunghaft an", berichtet Bartosch. Neben dem erhöhten Beratungsaufwand durch Corona bewegten sich auch die "norma­len" Auskünfte – etwa in den Bereichen Arbeitsrecht, Arbeitnehmerschutz, Konsumentenschutz, Steuer, Bildung, Pflege und in Gleichstellungsfragen – auf anhaltend hohem Niveau.

Arbeitsrecht

Die AK-Leistungsbilanz weist auch für 2020 erhebliche Summen aus, die für die Mitglieder erreicht wurden. In arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen wurde 10,5 Millionen Euro erstritten, 6,4 Millionen davon auf gerichtlichem Weg. Dazu mussten 1.322 Klagen eingebracht werden.

Insolvenzen

Weitere 26,4 Millionen Euro bekamen 3.218 Beschäftigte, die durch den von AK und ÖGB getragenen "Insolvenzschutzverband für Arbeitnehmer" (ISA) vertreten wurden, aus dem Insolvenz-Entgelt-Fonds. Prägend waren wieder einige Großpleiten, allen voran die Insolvenz von ATB Spielberg. Diese spiegelt sich nur zum Teil in der Bilanz 2020 wider, da viele Abfertigungsansprüche aufgrund langer Kündigungsfristen erst im laufenden Jahr anfallen. Sozialrecht Nicht weniger als 35,4 Millionen Euro betrug der Vertretungserfolg im Sozialrecht. Der Löwenanteil davon entfiel auf vor Gericht erstrittene Pensionsleistungen (siehe Grafik). Insgesamt wurden 2.008 Klagen eingebracht.

Konsumentenschutz

Im Konsumentenschutz sorgten stark erhöhte Anfragen ums Thema "Reisen" für einen deutlichen Anstieg bei der Beratungsleistung. Die meisten Anfragen wurden beim Dauerbrenner "Wohnen" registriert. Erstritten wurden – fast ausschließlich auf außergerichtlichem Weg – rund 1,3 Millionen Euro.

Die Leistungsbilanz der Arbeiterkammer Steiermark für das Jahr 2020. © -, AK Stmk
Die Leistungsbilanz der Arbeiterkammer Steiermark für das Jahr 2020. © -, AK Stmk


Steuern

Mit Hilfe der Steuerexpertinnen und Steuerexperten haben sich Lohnsteuerpflichtige im Vorjahr 2,1 Millionen Euro vom Finanzamt zurückgeholt. Der Schwerpunkt lag auf telefonischer Beratung, da die traditionellen AK-Steuerspartage wegen des ersten Corona-Lockdowns abgesagt werden mussten.

Unterstützung

Zusätzlich zu den für die Mitglieder erkämpften Beträgen kommen zahlreiche direkte Unterstützungsleistungen. So lösten im Vorjahr 31.500 AK-Mitglieder Bildungsschecks im Gegenwert von 1,9 Millionen Euro ein. Rund 3,9 Millionen Euro flossen aus dem Titel der AK-Digitalisierungsoffensive für betriebliche Projekte sowie für digitale Weiterbildung. "Flaggschiff" war dabei ein Gemeinschaftsprojekt mit der Steirischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft zur Förderung von Telearbeitsplätzen in Klein- und Mittelbetrieben, das mit etwas mehr als 2 Millionen Euro zu Buche schlug.

Video: Die Leistungsbilanz der AK Steiermark 

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