AK-Präsident Josef Pesserl (l.) präsentiert gemeinsam mit AK-Direktor Wolfgang Bartosch die AK-Bilanz 2019. © Temel, AK Stmk
AK-Präsident Josef Pesserl (l.) präsentiert gemeinsam mit AK-Direktor Wolfgang Bartosch die AK-Bilanz 2019. © Temel, AK Stmk
10.03.2020

78,8 Millionen Euro durchgesetzt

Die Drähte zu den Expertinnen und Experten der steirischen Arbeiterkammer liefen auch im abgelaufenen Jahr heiß. Mit knapp 239.000 Rechtsauskünften und einem für die Mitglieder erreichten Gesamtbetrag von 78,8 Millionen Euro kann die AK auch für 2019 eine Erfolgsbilanz vorweisen. "Die Bilanz des vorigen Jahres bewegt sich auf einem konstant hohen Niveau, wie wir es nun schon seit vielen Jahren beobachten", erläutert Direktor Wolfgang Bartosch. Der leichte Rückgang (um etwa 3,2 Prozent) bei den für die Mitglieder erkämpften Beträgen sei ausschließlich einem Rückgang bei dem auf dem Klagsweg erstrittenen Pensionsleistungen geschuldet: "Bei allen anderen Kategorien, also Arbeitsrecht, Insolvenzschutz, Konsumentenschutz, Steuern sowie Sozialrecht, sofern es nicht die Pensionen betrifft, ging die Tendenz nach oben", analysiert Bartosch.

Arbeitsrecht

In Arbeitsrechtssachen wurden im Vorjahr 1.251 Klagen eingebracht. In Summe wurden 12,4 Millionen Euro erstritten, davon mussten 6,8 Millionen gerichtlich durchgesetzt werden. An der Spitze der "Problembranchen" lag auch 2019 das Gastgewerbe, am häufigsten ging es um laufende Löhne und Gehälter.

Das leistete die AK Steiermark in Arbeitsrecht und Bildung © AK Stmk, AK Stmk
Das leistete die AK Steiermark in Arbeitsrecht und Bildung. © AK Stmk, AK Stmk

Insolvenzen

Die neuerlich (auf nunmehr 30,2 Millionen Euro) gestiegene Summe der Zahlungen aus dem Insolvenz-Entgelt-Fonds ist auf mehrere Großpleiten zurückzuführen. Die Zahl der vom "Insolvenzschutzverband für Arbeitnehmer" (ISA) vertretenen Beschäftigten betrug 3.154.

Sozialrecht

Ebenfalls 30,2 Millionen Euro wurden im Sozialrecht vor Gericht erstritten. Den Rückgängen im Bereich der Pensionsleistungen stehen Zuwächse in den anderen Bereichen, beispielsweise beim Pflegegeld gegenüber. Insgesamt wurden im Bereich Sozialrecht 2.720 Klagen eingebracht, 23,2 Prozent davon erfolgreich.

Konsumentenschutz

Weitere 1,5 Millionen Euro wurden im Konsumentenschutz großteils auf außergerichtlichem Weg hereingeholt. Der Schwerpunkt im Konsumentenschutz liegt auf der umfangreichen Beratung. Am stärksten nachgefragt war dabei der Themenkomplex "Wohnen". Einen deutlichen Anstieg verzeichneten unter anderem Anfragen zu Finanzdienstleistungen.

Das leistete die AK Steiermark im Konsumentenschutz, Sozialrecht und bei Insolvenzen. © AK Stmk, AK Stmk
Das leistete die AK Steiermark im Konsumentenschutz, Sozialrecht und bei Insolvenzen. © AK Stmk, AK Stmk

Steuern

Nicht zuletzt unterstützte die AK ihre Mitglieder auch im Vorjahr beim Steuersparen: Nicht weniger als 4,5 Millionen Euro wurden hier erzielt, der Löwenanteil davon bei den AK-Steuerspartagen, bei denen AK-Expertinnen und Experten bei der Arbeitnehmerveranlagung beraten.

Bildung

Zusätzlich investiert die steirische Arbeiterkammer vor allem in die Weiterbildung ihrer Mitglieder. Zu den mehr als 2,5 Millionen Euro für rund 42.000 bei der Volkshochschule und beim bfi eingelösten Bildungsschecks kommen weitere 1,3 Millionen Euro für die im Vorjahr gestartete "Digitalisierungsoffensive". Stark nachgefragt wurde vor allem der "Projektfonds Arbeit 4.0" zur Förderung betrieblicher Digitalisierungsprojekte.

Erfolgsbilanz

Für den Präsidenten der steirischen Arbeiterkammer, Josef Pesserl, stellt diese Erfolgsbilanz einmal mehr die Unverzichtbarkeit der AK für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unter Beweis. Beeindruckend sei vor allem die hohe Beratungsintensität: "Fast 1.000 Beratungen pro Arbeitstag unterstreichen das Vertrauen unserer Mitglieder in die Kompetenz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter." Insbesondere verweist Pesserl auf die "zehntausenden Beratungen, die sich nicht direkt in Geldleistungen niederschlagen, etwa in den Bereichen Bildung, Arbeitnehmerschutz, Gesundheit und Pflege oder Gleichstellungsfragen".

Die hohe Kompetenz der AK-Arbeitsrechtsexpertinnen und -experten sei auch daran messbar, dass im Vorjahr nur 7 Prozent der von der AK von Gericht vertretenen Mitglieder leer ausgegangen sind: „Allein diese Zahl beweist, dass wir sehr sorgfältig prüfen, eher wir den Gerichtsweg einschlagen.“ Die AK sehe sich daher nicht als Gegner, sondern als Partner jener Betriebe, die sich an die Spielregeln halten: "Von Fairness in der Arbeitswelt profitieren alle Beteiligten", stellt Pesserl klar.     

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