23.2.2017

"Wilde Maus": Mit der AK Hader schauen

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Für ein volles Grazer Schubertkino sorgten die AK Steiermark und Radio Soundportal mit der Premiere von "Wilde Maus". 250 Filmfans hatten bei den Verlosungen von AK und Soundportal Kinokarten gewonnen und konnten mit einem Getränk sowie Popcorn ausgestattet die Tragikomödie von und mit Josef Hader anschauen. Im Rahmen der Premiere konnte AK-Redakteurin Julia Fruhmann mit dem Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur plaudern:

"Es war ein Himmelfahrtskommando"

Filmpremiere mit 3-fach Job: Drehbuchautor, Regisseur, Hauptdarsteller. Was hat Ihnen am meisten Spaß gemacht?
Josef Hader:
Der unmittelbare Spaß ist das Schreiben. Da kann noch alles passieren, es geht noch in alle Richtungen. Man kann dahinspintisieren. Ich mag schreiben total gern. Dreharbeiten sind halt richtig Stress, vor allem, wenn du zum ersten Mal Regie machst. Das ist total arg, weil du so viele verschiedene Entscheidungen in so kurzer Zeit treffen musst und gleichzeitig eben noch mitspielst – also das war eher ein Himmelfahrtskommando. Insgesamt: Der ganze Prozess ist eine wunderschöne Arbeit. 

Stichwort: Szene im Schnee. Haben Sie leiden müssen beim Spielen?
Josef Hader:
Nein, die Szene im Schnee ist schauspielerisch wirklich eine total bequeme Szene, weil man sieht einen Mann in Unterhosen, der durch den Schnee rennt und ihm ist kalt und er rennt davon. Wenn du kalt durch den Schnee rennst, ist dir kalt und du willst davon. Also insofern musst du nichts spielen als Schauspieler. Und es ist auch so, dass hinter der Kamera ein Kastenwagen steht. Da gehst du hinein, wärmst dich auf. Aber es war immer kalt im Auto, weil ja nur Standheizung war. Nach zwei Stunden haben sie dann einen Gasbrenner hinein gestellt und haben ein bisschen das Fenster hinunter gegeben und ich habe mich entscheiden können, will ich mehr Wärme haben oder mehr Sauerstoff. Das war mehr so wie eine Kneippkur, eine dreitägige. 

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Jetzt wo der Film fertig ist, würden Sie was ändern?
Josef Hader: 
Man arbeitet wirklich lange an dem Film und irgendwann sagt man, jetzt passt es, besser schaffe ich es nicht und man gibt den Film ab und hat abgeschlossen. Jetzt sitze ich aber im Kino und denke mir - mit der großen Freiheit die man hat, wenn man an nichts mehr denken muss -  es gibt Kleinigkeiten, da wäre ich gerne in manchen Szenen länger drinnen geblieben.  Aber manchmal denkt man sich auch, was wäre, wenn das ganz anders weitergegangen wäre und dann bekommt man Lust auf einen anderen Verlauf, dass die Geschichte ganz anders rennt. In Wirklichkeit ist es so, das hat man beim Schreiben eh schon alles überlegt. Ich glaube, ich bin zufrieden damit und für den Ersten ist es auch okay. Ich gehe lieber an eine neue Geschichte und überlege mir nicht mehr, was ich anders machen hätte können.

Voller Saal bei der Kinopremiere © Krobath, -
© Krobath, -

Wenn Sie sagen, Sie überlegen sich eine neue Geschichte, heißt das, dass Ihre Fans noch länger auf ein neues Kabarett warten müssen, weil Sie einen neuen Film machen?
Josef Hader: 
Meine Theorie zum Thema Kabarett und Film in nächster Zukunft ist folgende: Dass ich zwei Bücher habe. Ich tu' ja am Anfang lieber schreiben mit der Hand, so Ideen notieren, weil da kann man Kreise machen, Pfeile machen und was man gelöscht hat, sieht man noch, weil man es nur durchstreicht. Konzipieren tu' ich viel lieber in einem Schreibbuch und ich hab die Theorie, ich kann mir zwei kaufen. Eines fürs Kabarett und eines für den Film und setze mich dann ins Café und schaue wo mir mehr einfällt. Oder ideal wäre, wenn man beides parallel schreiben könnte. Ob das so funktioniert? Ich möchte es probieren. 

Gibt es überhaupt noch Geschichten oder Themen für ein neues Kabarett?
Josef Hader: 
Für ein neues Kabarettprogramm, finde ich, ist es eine sehr spannende Zeit. Ich weiß nicht, ob uns die Zeit allen gut tun wird, das kann niemand voraussagen. Aber es sind extrem spannende Zeiten, weil bestimmte Dinge, mit denen die jungen Leute aufgewachsen sind, gerade alle niederbrechen. Amerika ist nicht mehr der Weltpolizist, in vielen Ländern gibt es neue politische Bewegungen, es ist gerade ein großer Umbruch. Das ist für Kabarett eine spannende Zeit. Ich hab schon Lust darauf. 

Welche Frage können Sie schon nicht mehr hören?
Josef Hader: 
Die, die ich nicht mehr hören kann, lautet: "Welche Frage würden Sie sich jetzt noch selber stellen."

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