1.3.2018
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Reich an Jahren, arm im Alter

In Österreich ist das Sozialsystem so aufgebaut, dass nur bezahlte Arbeit etwas wert ist. Das ist eine systematische Benachteiligung von Frauen, da sie einen Großteil der unbezahlten Arbeit leisten. Im Rahmen des Internationalen Frauentages machen AK und ÖGB (zum wiederholten Male) auf die Einkommensungleichheit aufmerksam.

Unabhängig von Alter, Ausbildung Branche, Arbeitszeit und Dauer der Beschäftigung verdienen Frauen fast 14 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen, so Bernadette Pöcheim, Leiterin der AK-Abteilung für Frauen und Gleichstellung. Geht man bei einer Vollzeitbeschäftigten von einem Einkommen von 1.800 Euro aus, beträgt die monatliche Einkommensdifferenz 252 Euro. "Und das ist nur auf das Geschlecht zurückzuführen", betont Pöcheim

Ohne Frauen geht's nicht

Dass die Strukturen in Österreich noch immer sehr familienfeindlich und frauenlastig sind, ist kein Geheimnis: Vieles funktioniert nur, weil Frauen unbezahlt arbeiten. Etwa 75 Prozent der pflegebedürftigen Menschen werden von nahen Angehörigen gepflegt – 80 Prozent davon sind Frauen. Auch die Kinderbetreuung liegt nach wie vor fest in Frauenhand. Es fehlt an entsprechenden Kinderbetreuungsplätzen, vor allem im ländlichen Raum. "Frauen leisten den Großteil der unbezahlten Arbeit in Haushalt, Familie und Pflege, das sind 64 Prozent ihrer Gesamtarbeitszeit", schildert AK-Frauenausschussvorsitzende Elisabeth Aufreiter. Das führt dazu, dass jede zweite Frau in Teilzeit arbeitet.

Pensionssystem vergisst auf Frauen

Das österreichische Pensionssystem ist jedoch auf bezahlte Erwerbsarbeit ausgerichtet. Eine Teilzeitarbeit mit 750 Euro im Monat ergibt nach zehn Jahren gerade einmal 133,50 Euro mehr an Pension. Für die Kindererziehungszeit werden maximal vier Jahre pro Kind bei der Pension angerechnet. Pro Jahr Kindererziehung bekommt eine Frau derzeit 27,11 Euro. „Das Pensionssystem tut so, als wären Kinder ab dem fünften Lebensjahr erwachsen und Frauen wieder Vollzeitbeschäftigt. Eine Illusion“, kritisiert ÖGB-Frauenvorsitzende Helga Ahrer.
Pöcheim: "Die Situation wird sich durch die geplante Abschaffung der Notstandshilfe noch verschlechtern." Während des Notstandshilfebezuges ist eine Pensionsversicherung gegeben, bei der Mindestsicherung nicht. "Frauen sind im Alter armutsgefährdet", so die drei Frauen unisono.

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